»Ach, laß nur, Mama! Ich werde schon wissen, was sich heute noch machen läßt!«
»Du kannst auch immerhin mal ein bißchen so arbeiten oder repetieren!«
»Aber, Mama! Ich werde doch nicht die ganze, schöne Woche so verrungenieren! Ich weiß ja schon, Mama! Aber ich meinte nur, so würde Fritze Köhn sagen. Ach, es ist doch zu schön!« – Der Dicke griff dabei nach der dritten Schrippe. – »Aber halt! Mama, was meinst du? Bin ich gesund? Ist mir die Partie von gestern bekommen? Sage es mal ganz offen und ehrlich! Ich muß es wissen!«
Was für Augen da die Mutter machte! »Ob du gesund bist? Na, ich hoffe doch! Junge, wie kommst du denn überhaupt auf eine solche Frage?«
»Ja, wer heute nicht gesund ist, oder wem die Partie von gestern nicht bekommen ist, der soll gleich dem Doktor Fuchs eine Postkarte schreiben. Das brauche ich also nicht! Das ist jedenfalls nur für Ehrenfried und Köckeritz!«
Jetzt aber mußte die Mutter wirklich aus vollem Halse lachen: »Du brauchst nicht zu schreiben, Dicker! Oder du müßtest gerade schreiben, daß du einen fürchterlichen Appetit entwickelst!«
»Na,« kaute der Dicke eben noch an seiner dritten Schrippe, »ich höre jetzt schon auf. Aber ich kann ja gleich noch frühstücken, ehe ich zu Zeidler gehe!« –
Das tat er denn auch. – – –
Ja, ja! Goethe war ja wohl ein großer Menschenkenner! Hätte er aber einen modernen Tertianer gekannt und zum Beispiel den dicken Puntz nach dieser »feinen Woche« gesehen, er hätte sich dann sicherlich selber verbessert und geschrieben:
»Alles in der Welt läßt sich ertragen,