»Ach Jotte doch, kiek do’ mal den reitenden Hauptmann da uff’t Pferd! Den is wohl schon bange vor’n Zivilhelm?«
»Ja, die da vorne sint ville strammer!«
»Das ist nun mal so!« warf der »bessere« Herr ein. »Der eine versteht’s und der andere nicht! Es ist eben wieder mal das Ei des Kolumbus.«
»Ach, wat Sie sagen!« meinte da der Arbeiter neben ihm mit einem leichten Spott in der Stimme. »Legt denn der olle Mann immer noch?«
Es war jetzt keine Zeit, darauf zu reagieren; denn plötzlich rief eine Stimme von hinten vom Gitter eines der kleinen Vorgärten her: »Da drüben kommen die Ulanen!«
Der Dicke reckte den Kopf hoch, so hoch er nur konnte; aber das zweite Garderegiment marschierte gerade dazwischen. Es war also für ihn nicht zu sehen, was drüben auf dem Reitweg, jenseits der Straße, vorging. Er hörte nur, wie der lange Kerl neben ihm seine Glossen über die Reiter machte.
»Die sehen aberst alle ziemlich ramponiert aus! Aber Jlick scheinen se do’ ßu haben! Da is eener sojar mit’n Einsatz rausjekommen!«
Ein lautes Gelächter zeigte, daß andere den Witz verstanden hatten. Nur einer der Herren, die sich ganz dicht an der Bordschwelle befanden, fragte, aber auch schon halb lachend: »Wie meinen Sie denn das?«
»Na, sehen Sie doch! Der zweite da! Mit seinem roten Einsatz hier ist er rausgekommen!«
Der Arbeiter, der so auch das schönste Hochdeutsch sprach, tippte dabei mit seinem Finger auf die Brust. Jetzt verstanden das natürlich auch die Jungen, und sie stimmten in das fröhliche Gelächter mit ein, wenn sie auch nichts sehen konnten.