Der Herr, der gefragt hatte, sah auf einmal den Arbeiter genauer an und meinte dabei: »Ich muß Sie doch schon mal irgendwo gesehen haben!«
»Ja,« kam die trockene Antwort, »det kann schon sint! Da komme ick öfter hin und –«
Ein dumpf und schnell anwachsendes Brausen von links her bannte aller Sinne von neuem.
»Der Kaiser kommt! Der Kaiser!«
Eine große Bewegung ging durch die Massen. Alles drängte nach vorwärts.
»An der Spitze der Fahnenkompagnie!«
»Wahrhaftig! Hut ab!«
Es wäre nicht nötig gewesen, das zu sagen. Die Hüte flogen in die Luft. »Hurra! Hurra!«
Das Herz schlug schneller. Der Kaiser und die Fahnen! Alles Uzen und alle Rederei unter dem Volke war da vergessen. Der Kaiser! Er schweißte alles und alle durch seine bloße Erscheinung zusammen. Ein Volk, ein Herz, ein Vaterland! Die Jungen besonders jubelten dem Manne zu, der ihrer heute und immer gedacht hatte. »Hurra! Hurra!« Wäre es jetzt gegen den Feind gegangen, wahrhaftig: Ein Volk, ein Herz, ein Vaterland! Hinausziehen würden alle gegen den Feind der heimischen Erde! Sie sollten es nur wieder einmal wagen zu kommen! Dann dem Kaiser nach! Morituri te salutant! –
Wie ein Wiesel, ohne noch ein Wort zu sagen, hatte in dem Augenblicke Zeidler die Schultern schmal gemacht und huschte eben hinaus und hindurch durch die jubelnde Menschenkette, die sich drängend hinter ihm staute. Der dicke Puntz nach. Die Belle-Alliance Straße weiter hinunter, dem Halleschen Tore zu. Auf dem Bürgersteig immer neben dem Kaiser und der Fahnenkompagnie hin.