Der Lehrer ist taktvoller als die Jungen: er hört diese Worte gar nicht und sucht den kleinen Kerl, dem jetzt die Tränen in die Augen schießen, zu beruhigen. »Na, laß nur, Otto,« sagt er, »solche Parade, die kannst du noch öfter sehen! Paß mal auf, die mußt du später sogar selber mitmachen! Na, und unsere Partie am nächsten Freitag! Da seid ihr ja alle dabei! Die ist auch was wert!«

Da meldet sich der kleine Köckeritz ganz krampfhaft. Doktor Fuchs aber hat offenbar keine Lust mehr, noch etwas über diese Sache zu hören. »Genug!« entscheidet er kurz.

»Nein, nein, was anderes!«

»Na, schnell!«

»Können die mittlern Fenster nicht auch aufgemacht werden?«

Die Jungen richten sich alle bei dieser Frage verständnisinnig hoch und tun, als wenn ihnen die Sachen auf der Haut klebten, und als müßten sie nun diese Sachen vom Körper abheben und abschieben. Mehrere beteuern sogar ehrlich: »Ja, es ist wirklich furchtbar heiß! Noch heißer als gestern!«

»Die obern Fensterflügel sind offen!« entscheidet Doktor Fuchs. »Die mittlern Fenster aufzumachen, hat der Herr Direktor verboten! Neulich ist dabei ein Junge in der Sexta vom Fensterbrett gefallen und hat sich den Arm gebrochen! Los!«

Und jetzt schlaucht und schleift Doktor Fuchs die Klasse, als ob er die verlorene Zeit und sogar den gestrigen Paradetag nachholen müßte. Immer schwüler aber wird es in der Klasse. Noch dazu bei der mangelhaften Ventilation! Dem Lehrer selbst stehen die hellen Schweißtropfen auf der Stirn.

Der dicke Puntz ist an solchen Tagen immer mit am schlimmsten dran. Dabei gehen dann natürlich auch seine Gedanken noch leichter spazieren als sonst schon. Er stellt sich zum Beispiel jetzt vor, wie schön es sein müßte, wenn er baden gehen könnte und nicht –

»Dicker!«