Aber nein! Köckeritz wie jeder andre der Jungen dachte nur, daß nun der Professor Zirbel morgen sicher wiederkommen würde. Und dann doch das Extemporale! Noch vor Pfingsten! Die ganzen Pfingstferien sollte man sich dann womöglich mit der Angst um den Ausfall dieser dämlichen Arbeit herumschleppen!

Der kleine Köckeritz mit seinem Gestöhne, der hatte alle andern angesteckt. Wie mit dem Gähnen. Und der Doktor Fuchs schließlich mußte jetzt unbändig über all die Angstmeier da in seiner Klasse lachen.

»Ja, Jungs!« wurde er endlich wieder ernst. »Gerade den Schmerz muß ich euch noch antun! Herr Professor Zirbel wird nämlich morgen auch noch fehlen, und –«

Wie da der Jubel losbrach! Schon mehr ein Freudengeschrei! Ein wahres Freudengeheul! Daß der Doktor Fuchs erschrocken auffuhr: »Ja, Jungen, wenn ihr so ganz und gar verrückt seid, dann darf ich euch nicht sagen, was ich euch noch sagen wollte!«

Im Nu ist es wieder totenstill in der Klasse.

»Da also der Herr Professor Zirbel morgen auch noch fehlen wird, und da ihr doch die erste Stunde bei ihm hättet, so kommt ihr erst um neun Uhr!«

Erneuter Jubelausbruch.

»Na, wartet mal!« – Die Stimme des Ordinarius zwingt alle wieder zur Ruhe. – »Das dicke Ende kommt eben nach! Da ihr ferner so zwei Stunden frei habt – heute die letzte, morgen die erste! – so übersetzt ihr mir zu morgen extra zum Französischen: Plötz, Übungsbuch, das deutsche Stück Nr. 11 ins Diarium! Die Schlacht bei Poitiers!«

Die Jungen nehmen die Sache gleichgültig hin. »Wird gemacht!« denkt jeder. Und stolz ziehen sie jetzt zur Klasse hinaus; an den andern vorüber, die da, in der großen Pause um zwölf Uhr, auf dem Hofe herumlaufen und mit neidischen Blicken den davoneilenden Tertianern nachsehen.

»Ach, das ist aber wirklich eine feine Woche!« beteuert der dicke Puntz einmal um das andre. »Die kann so bleiben!«