Das indessen tat den Jungen nicht viel. Kein Extemporale in Geometrie und die Algebrastunde nachher auch noch frei! Was konnte es denn überhaupt noch Besseres in der Welt geben!
Endlich ertönt wieder das Glockenzeichen. Als aber jetzt die Jungen eben ihre Mappen anrappen wollen, um stolz nach Hause zu ziehen, während die andern Klassen mit dem Buch vor der Nase und der Sorge vor der nächsten Stunde im Gesicht auf dem Hof herumschleichen würden, da erschallt auf einmal die Stimme des Ordinarius: »Ja, was denn, meine Herrn? Was ist denn los? Ih, nun erst mal Ruhe im Saal!«
»Nach Hause gehen!« – Die Gesichter werden länger. Was soll denn nun noch kommen?
»Ja« – Doktor Fuchs hat es wirklich heute raus, die Klasse zu quälen – »ja, Jungs, da muß ich euch erst noch einen großen Schmerz antun!« – Er wendet damit seine Augen zum Stundenplan an der Tür hin. – »Ihr habt doch morgen von acht bis neun Uhr wieder Geometrie!«
Jeder der Jungen weiß das natürlich. Nun schon seit Ostern. Aber keiner antwortet darauf.
Der Ordinarius quält sie dafür weiter. »Ja, da muß ich euch, Jungs, nun einen großen Schmerz antun!«
Die ganze Klasse ist unruhig geworden und hängt doch auch wieder wie erstarrt an den Lippen ihres Ordinarius.
»Der Herr Professor Zirbel wird nun morgen –. Ist dir was, Köckeritz?«
Der Kleine hatte ganz vernehmlich gestöhnt.
»Der wird vielleicht ohnmächtig!« flüsterte Fritze Köhn seinem Nebenmann zu.