»Meins ist schon auf!« sagte Schützel gewichtig, während Schilter und Heinrichs vorliefen, um den Hebel an ihrem Fenster zu ergreifen und ihn langsam und vorsichtig zur Seite zu drücken. Die Fenster öffneten sich dann oben an der Decke, wie von einem geheimen Zauber bewegt.

»Na, und du?« fragte der Lehrer den Mucius.

»Ja, das da ist meins! Aber manchmal geht’s, und manchmal geht’s nicht! Herr Doktor Fuchs hat gesagt, am besten machen wir das vorläufig nicht auf!«

»Och! Hat er das wirklich so gemeint? Es ist nämlich bei euch hierdrin in der Tat etwas sehr schwül, Jungs! Geht’s wirklich nicht doch mal mit dem Fenster, Mucius?«

»Herr Oberlehrer!« – Der kleine Zittel ist immer einer der schnellsten auf dem Plan. – »Das Fenster ist unter Plombenverschluß gelegt!«

»Unter was?« fragt da der Lehrer aufhorchend und tritt zu dem besagten Fenster hinüber.

Da war eine rote, feine Schnur um den Hebel und die zum obersten Fensterflügel hinauflaufende Eisenstange gelegt; die beiden Enden dieser Schnur waren in einer kleinen Bleiplombe vereinigt. Und ein Zettel war weiter darangebunden. Auf dem stand:

»Vorsicht! Plombe!
Oeffnen bei Strafe verboten!

Mucius, Fensterwart.
Im Auftrage der Klasse,
G. m. b. H.«

Der Lehrer mußte lachen. »Na,« meinte er schließlich, »dann müßte unten in meiner Quinta an jedem Fenster solche Warnung hängen! Es wird schon gehen!«