»Ist denn der Kaiser schon vorbei?«
»Nein!« – »Ja!« – »Der soll ja heute von Schöneberg drüben gekommen sein!« – »Ach, er ist ja schon eine kleine Ewigkeit vorbei!« – »Es wird ja bald wieder aus sein!« – – –
Nur langsam schieben sich die Jungen vorwärts; oben am Steuerhaus, am Rande des Tempelhofer Feldes, kommen sie geradeaus überhaupt nicht mehr weiter. Sie versuchen, nach links hin auszuschwenken. Das geht; aber der Staub quillt ihnen hier in dicken, schwärzlichen Wolken entgegen.
»Was sie nur immer hier für einen schwarzen Jux auffahren!« schimpft der Zeidler etwas beklommen.
»Ach was!« hastet der Dicke an ihm vorbei. »Man zu jetzt! Immer durch!«
So geht es wirklich durch. Bis zur Kaserne des Kaiserin Augusta Regiments. Dann die gepflasterte Straße hinunter. Da kann man schon die Helmbüsche sehen, und einmal öffnet sich sogar der Durchblick auf eine lange Reihe Soldaten, die gerade die Beine herauswerfen, um vielleicht vor Seiner Majestät in Parade vorüberzuziehen. –
Schließlich ging’s aber doch nicht weiter; auch mit dem besten Willen und mit dem geschicktesten Drängeln nicht, linke Schulter vornweg. Wie eingekeilt stand die kleine Schar der Tertianer da. Aber sie waren dafür wenigstens gut angekommen: alles echte Berliner um sie herum, die selber mit einem gewissen Humor jedes Sehen-können oder auch jedes Nicht-sehen-können hinnahmen.
»Au!« zuckte plötzlich der eine der Jungen zusammen.
»Ach Jotte doch, ja!« drehte sich da ein Mann ein ganz klein wenig um, so weit das überhaupt möglich war. »Entschuldige, mein Jungeken! Hinter mir habe ick keene Oogen!«
Sogleich aber ulkte diesen höflichen Berliner ein anderer an. »Nich wahr, Paule, du sagst ooch: