»Ja! Nein, nein! Ja!«

»Na nun, Achim! Was ist also los? Aber mach’ schnell!«

»Ja, Herr Doktor! Ich habe das von Ehrenfried zu Hause erzählt. Der kann doch die Partie nicht mitmachen, weil er – weil er –«

»Na gut; ich weiß schon! Weil er kein Krösus ist!«

»Ja! Und da läßt mein Papa Sie bitten, Herr Doktor, dem Ernst Ehrenfried die zwei Mark hier zu geben, damit er mitmachen kann!« Dabei will der Achim dem Doktor Fuchs das Geld hinreichen, das der Vater ihm in ein weißes Blättlein eingewickelt hat.

»Achim,« sagt da Doktor Fuchs, »Junge, du bist ein Prachtkerl! Und deinem Herrn Vater sage, daß ich ihm als Ordinarius des armen Ernst Ehrenfried für dieses Anerbieten herzlich danke. Aber es wäre schon alles erledigt. Der Ernst Ehrenfried macht die Partie auch mit. Also, Achim, stecke das Geld wieder ein! Empfiehl mich deinem Herrn Vater, und vergiß nicht, ihm zu sagen, wie sehr ich mich über sein Anerbieten gefreut hätte.«

»Jawohl!« erwiderte der Achim und zog ab. Er zog auch nicht gerade sehr betrübt ab; im Gegenteil, immer lustig und fidel. Er dachte sich sicherlich auch nicht allzuviel bei der Sache.

An der Tür aber rannte er beinahe den Tauscher, den würdigen Sekundus der Klasse, über den Haufen. Der trug als Sekundus neben dem Primus auch die Last einiger Ämter. So war er besonders der Kassenwart; denn wenn auch der Ordinarius offiziell nichts von solcher Kasse wissen durfte, so wußte er doch inoffiziell sehr wohl, daß immer einige Pfennige da waren. Wovon sollte sich denn auch sonst die Klasse zu Neujahr einen neuen Wandkalender kaufen oder eine zerbrochene Scheibe bezahlen, die natürlich keiner oder noch öfter auch zu viele auf einmal zerschmissen hatten? Es kann eben so mancherlei in einer Tertia vorkommen und Geld kosten! Und der Kassenwart also, der stand jetzt an der Tür und hatte schon ein kleines Weilchen darauf gewartet, daß der kleine Köckeritz da vor Doktor Fuchs fertig werden sollte. Jetzt schoß er nun hinter Doktor Fuchs her, der eben aus der Tür der Schlußklasse wieder auf den Flur heraustrat und sonderbarerweise vor der Treppe Posto gefaßt hatte, als müßte er hier auch inspizieren. Da nickte er recht herzlich einem Jungen zu, der offenbar die Treppe heraufkam und jetzt gerade mit dem Kopf hochtauchte.

Das war – der Ernst Ehrenfried.

»So’n Pech!« sagte Tauscher und drehte sich einmal um sich selber.