Ernst nahm das Buch recht zittrig wieder in die Hand. In der Nacht wurde er durch schreckliche Träume gequält, und er schlief recht schlecht. – – –
Edler Wettstreit.
Als Doktor Fuchs am andern Morgen als Inspizient den Mittelflur des weiten Schulgebäudes langsam hinabschritt, sprang der kleine Köckeritz die Treppe herauf. Der sprang sie überhaupt immer herauf, trotzdem seine Beine nicht allzu lang waren und dabei auch so dünn, daß Doktor Fuchs auf dem Hof schon einmal scherzhaft zu ihm gesagt hatte: »Na, Achim, wenn mal die Sperlinge Stiftungsfest haben, mußt du die Fahne tragen!«
Der Achim springt also jetzt die Treppe herauf und direkt vor seinen Ordinarius hin: »Herr Doktor, wir machen doch die Partie und –«
»Gut, gut! Ad Partie nachher in der Klasse!«
Da der kleine Köckeritz Doktor Fuchs die Hand gegeben, so zieht der ihn dabei zugleich an sich vorüber und zeigt ihm so den Weg zu seiner Klasse, die noch ein paar Schritte weiter den Flur hinunter liegt.
Aber der Achim Köckeritz tanzt im nächsten Augenblick schon wieder vor Doktor Fuchs einher: »Nein, nein, Herr Doktor, wir machen doch die Partie, aber …«
»Na freilich! Und nun drückt er sich!«
»Nein, nein, Herr Doktor, das gehört ja zur Partie, aber es ist doch was ganz andres!«
Da bleibt Doktor Fuchs stehen. »Du meinst, es gehört zur Partie und gehört doch auch nicht zur Partie!«