»Ich habe aber schon die meisten gefragt; es sind alle dafür, daß Ehrenfried auch mitkommt.«

Tauscher ist früher in Sexta, Quinta und Quarta immer der Beste und der Primus der Klasse gewesen; seit aber der Ernst Ehrenfried da ist, hat er von diesem Ehrenposten zurücktreten müssen. Einer solchen Konkurrenz war Tauscher doch nicht gewachsen. Aber neidlos hatte er sich unter den klügern und fleißigern, freilich auch ältern Mitschüler gestellt, und jetzt möchte er den Ernst Ehrenfried auch bei der Partie haben.

Alles das schießt Doktor Fuchs durch den Kopf; er schätzt es hoch, sogar sehr hoch ein, daß Tauscher so neidlos ist und jetzt so selbstlos handelt. So sagt er denn mit inniger Wärme zu dem Jungen: »Tauscher, das ist wirklich nett von dir, daß du so an Ehrenfried denkst. Ich freue mich, daß ihr beide so gute Freunde geworden seid. Komm her, mein Junge, gib mir die Hand! Das will ich dir nie vergessen!«

Tauscher macht ein ganz seliges Gesicht.

»Aber,« fährt Doktor Fuchs fort, »du kannst für dieses Mal der Klassenkasse das Geld erhalten; die Sache ist schon erledigt: der Ernst Ehrenfried kommt auch so mit!«

Da legt sich das helle Staunen in die Augen des kleinen Kassenwarts; er dreht sich dann, ohne noch ein Wort zu sagen, um und geht der Klasse zu. –

Der Ernst Ehrenfried indessen hat eben um die Ecke des Türpfostens geguckt. Als er den Tauscher der Klasse näher kommen sieht, faßt er sich ein Herz und geht Doktor Fuchs entgegen, der ja den Flur jetzt auch langsam herunterschreitet.

»Ach, das ist ja heute ein schneidiger Betrieb! Da kommt ja auch mein Primus an! Na, was gibt’s Neues, Ernst?«

»Herr Doktor!« – Der Ernst kann nicht weiter. Die Tränen treten ihm in die Augen; es zuckt so eigentümlich über sein Gesicht hin, als ob er weinen wollte.

Aber Doktor Fuchs ist auch schon schnell bei der Hand: »Also, du willst die Partie mitmachen! Das freut mich, Ernst! Man muß sich mit seinen Kameraden auch einmal freuen können!«