»Nein, Dicker,« wendet sich da Doktor Fuchs zu dem Zweifler um, »nein, denke mal, Dicker, die können ja überhaupt nicht sehen, und doch wissen sie ganz genau, wo das spitze Ende ist. Da hat der Ernst Ehrenfried recht.«
»Na, sieh doch, Dicker,« kommt da Hagen, der jetzt neben Puntz kniet, »ich mache doch auch die Augen zu und fühle, wo deine dicke Nase sitzt.«
Er hat die Augen zugemacht und fährt jetzt mit den Händen dem Puntz tastend über Kopf und Gesicht. Der hält auch merkwürdigerweise so still! Aber eben als Hagen die Nase fassen will, da schnappt Puntz zu und beißt ihm in die unverschämten Finger. Dann sagt er ganz trocken: »Du bist eben kein Regenwurm und ich kein verfaultes Blatt. Aber, Herr Doktor,« – der Dicke kann eben auch sehr wißbegierig sein – »warum sollen denn die Regenwürmer mit die nützlichsten Tiere sein?«
»Weil sie den Humusboden immer wieder von unten nach oben an die Erdoberfläche schaffen und so ständig für die Menschen den Boden verbessern. Kein Mensch kann sagen, wie oft die Regenwürmer unsern Acker- und Gartenboden im Laufe der Zeit schon aufgefressen und, fein gedüngt, wieder von sich gegeben haben!«
Da sind nun die Jungen alle noch mehr zusammengerückt. Das klingt wahrhaftig auch so spaßig, daß sie Doktor Fuchs veritabel auslachen.
Der aber denkt: »Lacht nur! Jetzt sind wir im Zuge!«
Bald hat auch Puntz wieder das Wort: »Herr Doktor, das verstehe ich nicht. Fressen denn die Regenwürmer Erde?«
»Na freilich, Dicker! Wie würden sie sich denn sonst ihre Gänge graben können! Oben an der lockeren Erdoberfläche, da drängen sie wohl mit ihrer Kopfspitze die Erdschollen und Krümelstückchen auseinander; aber unten müssen sie sich durch die Erde durchfressen. Und dann kommen sie hervor und verrichten hier oben« – dabei beugt sich Doktor Fuchs zu Puntz hin und sagt nur halblaut – »ihr Geschäftchen. Wer hat denn schon mal so was gesehen? Solche kleine, ringelförmig geordnete Kotballen, meine ich.«
Oh, das waren doch mehrere, die das schon bemerkt hatten. »Ich! ich! Herr Doktor!«
»Na, also Jungs! Einen guten Meter tief ist unser ganzer Ackerboden der Dünger der Regenwürmer. Der geht im Laufe der Jahrhunderte sogar immer wieder durch den Körper dieser nützlichen Tiere hindurch.«