»Na ja, ich glaube es ja; aber verstehen kann ich es immer noch nicht.«

»Na, dann passe auf! Derselbe Darwin hat auf ein Feld – damals war er noch jung – Kreidestückchen streuen lassen. Das Feld aber ließ er dann unberührt und brach liegen und untersuchte die Sache nach einem Menschenalter wieder – ich glaube, genauer waren es 29 Jahre. Da fand er die Kreideschicht 16 oder 17 cm unter der Oberfläche. Macht aufs Jahr als Wühlarbeit der Regenwürmer ½ cm, auf 100 Jahre ½ m, auf 200 Jahre 1 m. Item, wie oft mag wohl unser Erdboden schon durch den Magen der Millionen und Milliarden von Regenwürmern gegangen sein, die auf unsrer Erde leben!«

Das interessiert die Jungen; sie hängen jetzt an Doktor Fuchs’ Munde; keiner spricht ein Wort, als erwarte eben jeder noch mehr.

Nein doch! Einer der Jungen, der lange Giesel, der knurrt etwas vor sich hin, als wäre er mit der Sache nicht so ganz zufrieden und einverstanden. Der Ordinarius kennt ihn schon darin; aber er weiß, wenn er jetzt den Langen fragt, dann zuckt der in sich zusammen und sagt nichts. So ist er vorläufig ruhig. Und wirklich, nach einer halben Minute etwa, als alle andern schon ungeduldig werden wollen, da ist der Giesel fertig.

»Herr Doktor,« sagt er, »das mit den Kreidestückchen kann Zufall sein. Ja!«

»Wieso denn, Giesel?« blitzt es um ihn herum auf.

»Ja, wenn Steine auf der Erde liegen und es regnet zum Beispiel, dann sinken doch die Steine ganz alleine in die Erde ein und immer tiefer! Mit der Kreide kann’s doch auch so gewesen sein!«

Das macht die Jungen stutzig.

»Aber ist nicht Kreide sehr leicht? Vielleicht sinkt die nicht ein!«

Der den Einwurf macht, das ist der Giesel selber. Er reflektiert schon weiter: »Aber die müßten die Regenwürmer doch schließlich auch aufgefressen haben. Und dann müßte diese Kreide doch gerade wieder oben liegen!«