„Glauben Sie denn ...., daß es bald losgeht?“
„Wir erwarten und hoffen es ....“
„Und Sie meinen, daß die Kämpfe sich hier abspielen werden?“
„In den ersten Tagen sicherlich. Dann werden wir von den Russen mit gewaltiger Übermacht zurückgedrängt.“ Er führte mit der geballten Faust einen Hieb durch die Luft: „Es ist ein Jammer, und eine Schande, daß man Ostpreußen so schutzlos läßt.“
„Ja,“ warf der Forstmeister ein, „die Regierung dürfte sich mit der Ablehnung der zwei Armeekorps nicht zufrieden geben, sondern den Reichstag zum Deuwel jagen.“
„Vor allem hätte sie auf den geforderten sechs Kavallerieregimentern bestehen müssen! Wissen Sie, was wir meinen? Daß Ostpreußen bis zur Weichsel aufgegeben werden soll.“
„Das ist doch aber nicht möglich, eine ganze große, blühende Provinz kampflos dem Feind überlassen“, rief der Grünrock heftig.
Der Major zuckte die Achseln. „Es wird wahrscheinlich notwendig sein. Ich kann es ja wohl hier im vertrauten Kreise aussprechen, daß wir bestimmt mit einem Krieg nach zwei Fronten zu rechnen haben, und der Plan des Generalstabes soll dahin gehen, nicht unsere Kräfte zu teilen, sondern erst die Franzosen mit gewaltiger Übermacht schnell zu erdrücken, um uns dann mit allen Kräften gegen die Russen zu werfen.“
„Ach, unser armes Ostpreußen“, warf der Forstmeister ein.
„Ja,“ sagte der Rittmeister von Kobylinski mit grimmiger Stimme, „die Herren in Berlin spielen wie auf einem Schachbrett, aber was unsere Heimat zu tragen haben wird, wieviel Werte und Menschenleben verloren gehen!“