Seine Begleiterin nickte ein paarmal bedächtig. „So, so!“ Dann sprang sie von dem Thema ab. „Was ist das für ein Abzeichen, das Sie in der Krawatte tragen?“

„Ein Albertus, gnädiges Fräulein. In Ostpreußen als Zeichen des bestandenen Abituriums gebräuchlich.“

„Sie haben das Abiturium gemacht und wollen Landwirt werden?“

Franz lachte vergnügt. Seine Befangenheit war von ihm gewichen. „Ich habe damit den Wunsch meines Vaters erfüllt, der eine größere Bauernwirtschaft besitzt. Das Gut ist schon lange in unserer Familie, und da ich nur eine Schwester besitze, bin ich auf den Wunsch meines Vaters eingegangen. Meine Mutter wollte gern, daß ich studieren und Pastor werden sollte.“

„Und das wollten Sie nicht ... da haben Sie den heiligen vier Fakultäten den Rücken gekehrt und sind Stoppelhopser geworden.“ Sie blitzte ihn mit ihren grauen Augen an. „Halten Sie das für das kleinere Übel?“

„Gnädiges Fräulein, ich habe weder das eine noch das andere für ein Übel gehalten. Meine Neigung ging allerdings dahin, entweder Naturwissenschaften oder Medizin zu studieren.“

„Und ein berühmter Mann zu werden, anstatt auf väterlicher Scholle Kohl zu bauen.“

„Der Ehrgeiz hat mir ferngelegen“, erwiderte Franz treuherzig. „Ich hatte nur den Wunsch, möglichst viele Kenntnisse zu sammeln. Aber das kann ich ja auch als Landwirt. Mein Vater schickt mich nach der Lehrzeit auf die Hochschule. Ich will dann nach Berlin gehen, um auch noch andere Vorlesungen zu hören.“

„Nach Berlin“, wiederholte sie mit einem sinnenden Ausdruck. Es schien Franz, als ob sie noch etwas sagen wollte, aber sie schwieg. Es kam auch kein Gespräch mehr zustande, obwohl Franz sie mehrmals auf die schon eingegrünten Felder hinwies. Als der Wagen vor der Rampe vorfuhr, sprang Franz schnell heraus, lief um den Wagen herum, und öffnete ihr den Schlag. Sie nahm seine Hand und sagte leise mit einem freundlichen Blick:

„Ich danke Ihnen, mein kleiner Kavalier.“