Kühl höflich erklärte Herr von Poltenstern wenige Minuten später Viktor, er müsse seine Bemühungen in dem Ehrenhandel einstellen, bis das Ehrengericht entschieden habe.
Noch am Abend desselben Tages trat das Ehrengericht zusammen. Der Oberinspektor berichtete als Zeuge. Viktor gab ohne jede Beschönigung unumwunden den Sachverhalt zu. Ohne eine Entscheidung über die Forderung zum Zweikampf zu fällen, gab ihm das Gericht den Rat, schleunigst seinen Abschied einzureichen. Das war eine sehr weitgehende Rücksichtnahme, um ihm die Entlassung mit schlichtem Abschied zu ersparen.
Noch in derselben Nacht packte Viktor seine Sachen, hinterließ einen Brief an den Gutsherrn und seine Gattin und fuhr im Morgengrauen zur Bahn. Er gab nicht einmal seine Adresse an, wo ihn Briefe und andere Sendungen erreichen konnten.
17. Kapitel
Wie ein müder Mann saß Franz dem Vater gegenüber, der ihn voll Mitleid ansah. „Was fehlt dir bloß, mein Junge?“
„Ich quäle mich so mit Gedanken.“
„Na, was sind denn das für Gedanken?“
„Ich will nicht Landwirt bleiben. Ich kann nicht ...“, stieß Franz hervor.
„Das habe ich schon vermutet, als du vor drei Wochen so plötzlich nach Hause kamst. Na, denn nicht! Es wird mir ja nicht leicht, mich von der Hoffnung zu trennen, aber du hast ehrlich gehandelt und ein Jahr als Lehrling ausgehalten, ich mache dir keine Vorwürfe.“
Franz wurde bei diesen Worten rot. Er hatte das Bewußtsein, daß er nicht ehrlich handelte. Die Landwirtschaft war ihm durchaus nicht zuwider. Es war etwas anderes, was ihn seinen Beruf aufgeben ließ und nach Berlin zog .... Er schämte sich und die Scheu, dem Vater alles zu offenbaren, verschloß ihm den Mund. Er erhob sich: „Ich möchte noch für einen Augenblick zu Onkel Uwis gehen.“