„Das ist nicht nötig, das wird hier nicht verlangt.“

Er faßte ihre Hand. „Nun sei mal vernünftig, Mädel. Ich freue mich ja so, daß ich dich gefunden habe. Ich wohne ja keine hundert Schritt von hier, ich werde jeden Abend dein Stammgast sein.“

Einige Tage später, als sie ihren freien Nachmittag hatte, fuhr er mit ihr in den grünen Wald. Zierlich und anmutig gekleidet schritt sie neben ihm her. Er merkte, daß sie auf ihn und seine Uniform stolz war. Sie glaubte natürlich, daß er erst am 1. April eingekleidet war. Die gemeinsamen Jugenderinnerungen brachten sie schnell einander näher. Franz bat sie, ihn nicht mehr zu siezen, sondern ihm das Du zu geben, wie es bis zu ihrer Trennung zwischen ihnen geherrscht hatte. Beim nächsten Ausflug gestand er ihr, daß seine Dienstzeit schon im Herbst zu Ende wäre.

„Und du bist nicht Gefreiter geworden?“, fragte sie und die Tränen traten ihr in die Augen. Es gab ihm einen Stich ins Herz, als er sah, wie traurig sie darüber war. Da raffte er seinen Mut zusammen und erzählte ihr alles .... Es war ihm eine Wohltat, sich ihr rückhaltlos mitzuteilen. Er fühlte, wie ihm leichter zu Mute wurde. Sie lauschte atemlos. In heißem Gefühl lehnte sie sich an ihn und nahm seine Hand.

„Und jetzt hast du es völlig überwunden? Ja?“

„Ja, Liesel, die Zeit liegt wie ein wüster Traum hinter mir.“

„Und ... und ...“ sie stockte und mußte sich erst überwinden, es auszusprechen, „jetzt wirst du nicht mehr trinken?“

„Nein, Liesel, das habe ich auch überwunden.“

Er legte seinen Arm um sie und sie litt es nicht nur, sondern schmiegte sich an ihn. „Liesel, bist du mir gut?“

„Ich hatte dich schon lieb, als ich noch zur Schule ging.“