„Na, der Sutor hätte auch was Besseres tun können, als uns durch dumme Redensarten ins Bockshorn zu jagen“, rief er lachend aus.
„Lieber Onkel,“ erwiderte Franz ernst, „ich weiß zwar nicht, was er euch geschrieben hat, ich vermute aber, er hat euch der Wahrheit gemäß berichtet, daß ich einen sehr bösen Lebenswandel geführt habe. Ja, Onkel, ich will es nicht leugnen und nicht beschönigen, daß ich viel getrunken habe. Ich suchte Betäubung, um von den unerträglichen Gedanken und der Leidenschaft los zu kommen, die mich zerfraß. Und dann wurde es zur Gewohnheit. Aber nun habe ich das Laster überwunden, restlos überwunden, lieber Onkel. Ein Rückfall ist völlig ausgeschlossen.“
„Ach, Junge, mit welchen Sorgen bin ich hergefahren, und jetzt diese Freude! Na, Gott sei Lob und Dank, daß er dir geholfen hat. Er hat ein Wunder an dir getan.“
Franz errötete und lächelte eigentümlich. „Ich habe es nicht aus eigener Kraft geschafft.“
„Wer hat dir denn dabei geholfen?“, fragte der alte Herr mit einer gewissen Spannung in der Miene.
„Die Liebe zu einem jungen Mädchen“, erwiderte Franz tief errötend.
„Na, dann sei das Mädel dafür gesegnet. Dann ist es das Werkzeug gewesen, dessen sich die Vorsehung bedient hat, um dich zu retten.“
Franz gab sich innerlich einen Ruck. „Du machst es mir schwer, Onkel, dir alles zu gestehen. Ich werde das Mädel heiraten .... Es ist ... schon jetzt vor meinem Gewissen mein Weib.“
Der alte Herr nickte einige Male bedächtig, als wenn er sich einen Gedanken bestätigte, der ihm schon vorher gekommen war. „Es liegt mir fern, einen Stein auf sie zu werfen.“
In ungestümer Freude warf sich Franz an seine Brust. „Habe Dank, Onkel, für dieses Wort. Du kennst sie. Es ist die Liese Mrozek, sie hat mich schon lange lieb. Und wie sie so lieb und so freundlich zu mir war, da fing ich an, mich zu schämen. Aber ich hatte die Kraft noch nicht, Schluß zu machen ... bis sie mir die Kraft gab ... durch das höchste Opfer ihrer Liebe. Nur dadurch hat sie mich gerettet.“