Im Bund der Närrlein

Und liebe ewiglich

Der Närrlein Herrlein.


Also, um den Faden meiner Erzählung wieder zu ergreifen, so war auch meiner Freundin in dem gesegneten Gemeindegasthof heute dreierlei sehr appetitlich aufgestellter Kuchen zum Frühstück gebracht worden. „Der eine“ — hatte der Kellner erklärt (welcher eben als Missionair, ich weiß nicht von welchem Pole, zurückkam, und von der wahrscheinlich schlechten Kost daselbst sehr mager aussah,) „der eine wird vor dem Kaffee, der andre zum Kaffee, der dritte nach dem Kaffee genossen.“[5]

Fancy, der, wie seine Herrin sehr oft bemerkt hat, Menschenverstand besitzt, vernahm jedes Wort und befolgte des Missionairs Anweisung so gründlich, vor, zum und nach dem Kaffee, daß er jetzt, dem Platzen nahe, in Todesängsten lag, und eben aus der Hand eines mildthätigen Bruders, der Hundearzt in Nova Zembla gewesen, ein starkes Brechmittel hatte verschlucken müssen. Aus Furcht vor der Explosion war ihm einstweilen in einem Unterstübchen ein Feldbett aufgeschlagen worden, und von fünf zu fünf Minuten brachte der Jäger das Bülletin.

Eine bange Stunde war schon verflossen, und noch immer keine Wirkung da, als plötzlich der Jäger hereinstürzte, um mit triumphirender Miene zu melden, daß eine Crisis eingetreten sey. „So eben“ sagte er, „haben das herrnhutische Mittel, welches nach vorn intendirt war, auf die hintere Constitution gewirkt.“ Mit einem glücklichen Lächeln empfing man die frohe Nachricht; ich aber machte bei mir selbst ernste Betrachtungen. Ist es nicht klar, sagte ich zu mir selbst, daß künftig nichts mehr ohne Constitution bestehen kann? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über, und hörten wir es nicht eben: Constitution ist schon ein Lieblingswort des Volks geworden, ja, wie die Kammern in obere und untere, theilt es auch schon die Constitutionen in vordere und hintere ein. Zu den letztern kann man ohne Zweifel allegorisch jene rechnen, welche auf sich warten lassen, oder unvollkommen gegeben wurden, denn sie liegen, so zu sagen, noch im Hintergrunde der Zeit, und auch in anderer Beziehung paßt die scharfsinnige Benennung, z.B. da, wo Stände existiren, die nur dem Namen, nicht der That nach da sind, denen ähnlich, von welchen der selige Feldmarschall K.... zu sagen pflegte: „sie kommen mir ganz so vor, wie mein H.... Beide haben Sitz und Stimme, aber beiden nimmt man es verdammt übel, wenn sie laut werden.“

Doch laßt uns in den Schoos der Gemeinde zurückkehren.