an den
Königl. Preußischen Geheimen Legationsrath,
Herrn Varnhagen von Ense,
Großkreuz und Ritter vieler hohen Orden zu Berlin.
Euer Hochwohlgeboren
sind mit dem (schon lange vor seinem Tode) verewigten Göthe durch Ihre zu nachsichtigen Beurtheilungen meiner anspruchslosen Reiseberichte wohl allein daran Schuld, daß selbige seitdem, gleich einem alten Miethklepper, mit immer wechselnden Namen durch aller Herren Länder gejagt werden und bei jeder Metamorphose noch mehr Untugenden annehmen, als sie von Hause aus mitbrachten.
Die unerhörte Anzahl von Recensionen, die dieses arme Buch in mehreren Sprachen hat erdulden müssen, betragen wenigstens das doppelte Volumen seines Inhalts und sind eben so uneins über diesen, als verschiedene Aerzte über denselben Kranken zu seyn pflegen.
Obgleich ich selbst nicht allzuviele dieser Critiken gelesen habe, so sind mir doch einige seltsam genug vorgekommen. Wirft mir doch gar ein erzürnter Pastor vor, ich sey ein grausamer Liebhaber von Thierkämpfen und habe fremden Hunden die Zähne ausgebrochen, um sie von den meinigen nachher desto bequemer todt beißen zu lassen! Man sollte wirklich meinen, der arme Teufel, der zu solchen Mitteln greifen muß, um ein Buch zu beurtheilen, passe selbst nicht übel zu dem Bilde einer Dogge mit ausgebrochnen Zähnen, die, weil sie nicht mehr beißen kann, zum Heulen ihre Zuflucht nimmt.