„Ich bin, meine ich, immer freundlich gegen dich gewesen, mein Lieber … Nun, wieviel Wäsche haben wir denn jetzt, mein Lieber?“
„Es ist alles ordnungsmäßig vorhanden. Sechs Stück leinene Hemden; drei Paar Socken; vier Vorhemdchen; eine flanellene Unterjacke; zwei Unterhosen. Sie wissen ja selbst alles. Ich habe nichts von Ihren Sachen, Herr … Ich hüte das Eigentum meines Herrn mit aller Sorgfalt. Sie haben mich manchmal gescholten, Herr, wegen … hm … gewiß … aber solche Sünde habe ich niemals auf mein Gewissen geladen, Herr; das wissen Sie selbst, Herr …“
„Ich glaube dir, mein Freund, ich glaube dir. Aber ich meine das auch gar nicht, mein Freund, ich meine das gar nicht, siehst du. Es handelt sich um etwas anderes, mein Freund …“
„Ja, Herr, das kennen wir schon. Als ich noch beim General Stolbnjakow in Dienst stand und entlassen wurde, weil die Herrschaft nach Saratow reiste … sie hatten da ein Gut …“
„Nein, mein Freund, ich meine das gar nicht; ich sage nichts Derartiges … Glaube so etwas nicht, mein lieber Freund …“
„Jawohl. Sie wissen ja selbst: unsereinen kann man auf das leichteste fälschlich beschuldigen. Aber mit mir ist man überall zufrieden gewesen. Da waren Minister, Generale, Senatoren, Grafen. Ich bin bei allen möglichen Herren gewesen, beim Fürsten Swinjatschkin, beim Obersten Pereborkin, beim General Njedobarow; der verreiste auch, auf sein Stammgut reiste er, zu unsern Bauern. Jawohl …“
„Ja, mein Freund, ja, schön, mein Freund, schön. Siehst du, ich verreise jetzt auch, mein Freund … Jeder hat seinen verschiedenen Lebensweg, mein Lieber, und kein Mensch weiß, auf was für einen Weg er geraten wird. Nun, mein Freund, sei mir jetzt beim Umkleiden behilflich; lege mir meinen Uniformrock zurecht … auch andere Beinkleider, Bettlaken, Bettdecken, Kissen …“
„Soll ich alles in ein Bündel zusammenbinden?“
„Ja, mein Freund, ja; meinetwegen binde es in ein Bündel zusammen … Wer weiß, was uns noch begegnen kann. Und jetzt, mein Lieber, geh und hole mir einen Wagen …“
„Einen Wagen?“