„Ich phantasiere? Das lügst du, mein Spätzchen! ... Also, ich bin komisch? Nun errege ich aber Ihre Neugier? Nicht wahr?“

„Ja, Sie erregen meine Neugier.“

„Soll ich Ihnen also sagen, was ich gelesen, was ich gesucht habe? Sehen Sie, wieviel Nummern ich mir bringen ließ. Erscheint das nicht verdächtig?“

„Sagen Sie mir ...“

„Sind Ihre Ohren gespitzt?“

„Warum sollen sie gespitzt sein?“

„Ich will es Ihnen nachher sagen, jetzt aber erkläre ich Ihnen, mein Lieber ... nein, besser, ‚ich gestehe‘ ... Nein, das ist auch nicht das richtige, ‚ich gebe es Ihnen zu Protokoll und Sie schreiben es,‘ so lautet’s doch. Also, ich gebe zu Protokoll, daß ich gelesen, mich interessiert, gesucht habe ... nachgeforscht ...“

Raskolnikoff kniff die Augen zusammen und wartete eine Weile. „Nachgeforscht habe, – und bin auch darum hierher gekommen, – betreffs der Ermordung der Alten, der Beamtenwitwe,“ sagte er endlich, fast im Flüstertone, wobei er mit seinem Gesichte außerordentlich nahe dem Sametoffs kam.

Sametoff sah ihn unverwandt an, ohne sich zu bewegen und ohne sein Gesicht zurückzuziehen. Am merkwürdigsten erschien es Sametoff nachher, daß das Schweigen wohl eine volle Minute gedauert hatte und daß sie solange einander anblickten.

„Nun, was ist dabei, daß Sie darüber gelesen haben?“ rief er plötzlich ungehalten und ungeduldig aus. „Was geht das mich an? Was ist denn dabei?“