„Ich versichere dich, du brauchst dich wenig mit ihr abzugeben, rede bloß irgendeinen Unsinn, sprich, was du willst, setze dich aber neben sie und rede frisch drauf los. Du bist ja auch Arzt, fange an, sie zu behandeln. Ich schwöre dir, du wirst es nicht bereuen. Sie hat ein Klavier; du weißt, ich klimpere ein bißchen; ich habe bei ihr ein kleines Lied, ein echtes russisches Lied liegen, ‚Ich vergieße bittre Tränen ...‘ Sie liebt echte Volkslieder, – nun, mit einem Liede fing es auch an; und du spielst doch Klavier, wie ein Virtuos, wie ein Meister, wie Rubinstein ... Ich versichere, du wirst es nicht bereuen! ...“
„Hast du ihr denn etwas versprochen? Hast du ihr etwas Schriftliches gegeben? Hast du ihr versprochen, sie zu heiraten ...“
„Nein, nichts, rein gar nichts! Und sie ist gar nicht so; Tschebaroff wollte ihr einen Antrag ...“
„Nun, so laß sie doch laufen!“
„Man kann sie nicht so ohne weiteres laufen lassen!“
„Warum denn nicht?“
„Man kann es nicht tun, und basta! Es ist da etwas, was mich festhält.“
„Warum hast du sie denn verleitet?“
„Ich habe sie gar nicht verleitet, ich habe mich selbst vielleicht aus Dummheit verleiten lassen, ihr aber wird es gleichgültig sein, ob du oder ich, nur, daß jemand neben ihr sitzt und seufzt. Es ist Bruder ... Ich kann es dir nicht erklären, es ist ... nun, du kannst doch gut Mathematik, und beschäftigst dich noch jetzt damit, soviel ich weiß ... fang an mit ihr die Integralrechnung durchzunehmen, bei Gott, ich scherze nicht, ich spreche im Ernst, ihr wird es vollkommen gleich sein, – sie wird dich ansehen und seufzen, und so wird es ein Jahr dauern. Ich habe ihr unter anderem sehr lange, zwei Tage nacheinander, von dem Herrenhaus in Preußen erzählt, – denn was soll man mit ihr reden? – sie seufzte bloß und schwitzte! Nur über Liebe sprich nicht, – sie wird furchtbar verlegen, – aber zeige doch, daß du nicht weggehen kannst, – das genügt. Es ist sehr komfortabel dort; man ist ganz wie zu Hause, – kann lesen, sitzen, liegen oder schreiben ... Man kann sogar einen Kuß geben, mit Vorsicht jedoch ...“
„Was soll ich aber mit ihr?“