„Lassen Sie es, Mama,“ murmelte er in Verlegenheit und drückte ihr die Hand ohne sie anzublicken, „wir werden schon Zeit haben uns auszusprechen.“

Nachdem er das gesagt hatte, wurde er wieder verlegen und erbleichte, – wieder durchzog eine kurze schreckliche Empfindung in toter Kälte seine Seele, wieder wurde es ihm plötzlich vollkommen klar, daß er soeben eine furchtbare Lüge gesagt hatte, daß er nie wieder sich aussprechen könne, daß er nie mehr, niemals und mit niemandem, überhaupt sprechen dürfe. Der Eindruck dieses qualvollen Gedankens war so stark, daß er auf einen Moment sich fast vergaß, von seinem Platze aufstand und ohne jemand anzublicken, aus dem Zimmer zu gehen im Begriffe war.

„Was ist dir?“ rief Rasumichin und faßte ihn an der Hand.

Er setzte sich wieder hin und begann sich schweigend umzusehen; alle blickten ihn befremdet an.

„Ja, warum seid ihr alle so langweilig!“ rief er plötzlich, ganz unerwartet. „Sagt doch etwas! Warum sitzen wir so herum! Nun, so redet doch! Wollen wir uns unterhalten ... Sind zusammengekommen und schweigen ... redet doch etwas!“

„Gott sei dank! Ich dachte, mit ihm geschieht irgend etwas wie gestern,“ sagte Pulcheria Alexandrowna und bekreuzigte sich.

„Was ist mit dir, Rodja?“ fragte Awdotja Romanowna mißtrauisch.

„Nichts, ich denke gerade an etwas Komisches,“ antwortete er und lachte plötzlich.

„Nun, wenn es etwas Komisches ist, so ist es gut! Ich dachte beinahe selbst ...“ murmelte Sossimoff und erhob sich vom Sofa. „Ich muß jetzt gehen; ich komme noch einmal her, vielleicht ... wenn ich Sie antreffe ...“ Er verabschiedete sich und ging hinaus.

„Welch ein prächtiger Mensch!“ bemerkte Pulcheria Alexandrowna.