„Vor dem muß man auch ein Klagelied anstimmen,“ dachte er erbleichend und mit Herzklopfen, „und es recht natürlich machen. Am besten wäre vielleicht, nichts vorzuklagen. Absichtlich nichts vorklagen! Nein, absichtlich wäre wieder nicht natürlich ... Nun, wie es sich macht ... wir werden ja sehen ... bald genug ... aber ist es gut oder nicht gut, daß ich hingehe? Der Schmetterling fliegt von selbst ins brennende Licht. Mein Herz klopft, das ist nicht gut! ...“
„In diesem grauen Hause wohnt er,“ sagte Rasumichin.
„Am wichtigsten ist es, ob Porphyri es weiß oder nicht, daß ich gestern in der Wohnung dieser Hexe war ... und von dem Blut sprach? Sogleich muß ich es erfahren, beim ersten Schritt, wenn ich hineinkomme, muß ich es ihm am Gesichte anmerken; sonst ... und wenn ich zugrunde gehe, ich muß es erfahren!“
„Weißt du auch?“ wandte er sich plötzlich an Rasumichin mit einem schelmischen Lächeln, „ich habe bemerkt, Bruder, daß du dich seit heute früh in einer ungewöhnlichen Aufregung befindest? Ist es so?“
„In was für einer Aufregung? In gar keiner Aufregung,“ fuhr Rasumichin auf.
„Nein, Bruder, es ist dir tatsächlich anzusehen. Auf dem Stuhl saßest du vorhin, wie du sonst nie sitzest, so nur auf einem Endchen und die ganze Zeit durchzuckte es dich, wie wenn du Krämpfe hättest. Du sprangst mir nichts dir nichts auf. Bald sahst du böse aus, bald verzog sich dein Gesicht plötzlich zu einem süßen Lächeln. Sogar rot wurdest du, besonders als man dich zu Mittag einlud.“
„Nichts von alledem ist wahr, du lügst! ... Was denkst du dir?“
„Ja, und jetzt drehst und wendest du dich wie ein Schulbube? Pfui! Teufel! Er ist schon wieder rot geworden!“
„Was du für ein Schwein bist!“
„Ja, warum wirst du so verlegen? Romeo! Warte, ich will es irgend jemanden heute noch erzählen, ha–ha–ha! Ich werde Mama zum Lachen bringen ... und noch jemand ...“