„Er rechnete auch damit, daß ich keine Zeit haben werde, es mir zu überlegen und mich beeilen würde, wahrheitsgetreuer zu antworten und dabei vergessen würde, daß zwei Tage vorher keine Arbeiter da sein konnten.“

„Wie kann man aber das vergessen?“

„Sehr leicht! Auf solche geringfügigen Dinge fallen am ehesten schlaue Menschen herein. Je schlauer ein Mensch ist, um so weniger ahnt er, daß man ihn bei etwas Einfachem ertappen würde. Den schlauesten Menschen muß man gerade mit dem Einfachsten verwirren. Porphyri ist gar nicht so dumm, wie du denkst ...“

„Er ist nach alledem ein Schuft!“

Raskolnikoff konnte sich des Lachens nicht erwehren. Aber im selben Augenblicke erschien ihm seine eigene Lust und die Begeisterung, mit der er seine letzte Erklärung abgegeben hatte, überaus sonderbar; das ganze vorangehende Gespräch hatte er mit einem düsteren Widerwillen, nur unter dem Zwange der Situation geführt.

„Ich bekomme noch Geschmack daran!“ dachte er.

Jedoch gleich darauf wurde er unruhig, als hätte ihn ein unerwarteter und beunruhigender Gedanke überrascht. Seine Unruhe wuchs. Sie waren schon am Eingange zu den möblierten Zimmern von Bakalejeff.

„Geh allein hinein,“ sagte plötzlich Raskolnikoff, „ich komme sofort zurück.“

„Wohin willst du? Wir sind ja schon da!“

„Ich muß, ich muß; ich habe etwas zu tun ... ich komme nach einer halben Stunde wieder ... Sage es ihnen.“