„Dieser da fragte, ob hier ein Student wohne, nannte Ihren Namen, und bei wem Sie wohnen. Sie kamen gerade, ich zeigte Sie ihm, nun ist er fortgegangen. Das ist komisch.“
Der Hausknecht hatte auch gewisse Bedenken, er dachte eine kleine Weile nach, drehte sich aber um und ging in seine Kammer.
Raskolnikoff stürzte dem Kleinbürger nach und erblickte ihn sofort, wie er auf der anderen Seite der Straße gleichmäßig und nicht eilig, mit zu Boden gerichteten Augen und anscheinend nachdenklich dahinschritt. Er holte ihn bald ein, ging eine Weile hinter ihm; schließlich trat er neben ihn und blickte ihm von der Seite ins Gesicht. Der Kleinbürger bemerkte ihn sofort und schaute ihn schnell von oben bis unten an, ließ aber wieder die Augen sinken, und in dieser Weise gingen sie eine Strecke nebeneinander her, ohne ein Wort zu sagen.
„Haben Sie nach mir gefragt ... beim Hausknecht?“ sagte Raskolnikoff endlich, aber nicht sehr laut.
Der Kleinbürger gab ihm keine Antwort und blickte ihn nicht an. Wieder gingen sie stumm dahin.
„Ja, warum ... kommen Sie und fragen ... und schweigen jetzt ... ja, was ist denn das?“ Raskolnikoffs Stimme stockte und die Worte kamen ihm schwer über die Lippen.
Der Kleinbürger erhob diesmal die Augen und sah mit einem drohenden, finsteren Blicke Raskolnikoff an. „Mörder!“ sagte er plötzlich mit leiser, aber klarer und deutlicher Stimme ...
Raskolnikoff ging neben ihm weiter. Seine Füße wurden plötzlich schrecklich schwach, im Rücken fühlte er Kälte und sein Herz schien auf einen Augenblick still zu stehen; dann fing es an zu klopfen, als wollte es sich losreißen. So gingen sie etwa hundert Schritte nebeneinander und wieder vollkommen stumm.
Der Kleinbürger blickte ihn nicht an.
„Was fällt Ihnen ein ... was ... wer ist ein Mörder?“ murmelte Raskolnikoff kaum hörbar.