„Ach, mein Gott!“ rief Pulcheria Alexandrowna aus.

Rasumichin konnte nicht mehr auf dem Stuhle sitzen.

„Und du schämst dich jetzt nicht, Schwester?“ fragte Raskolnikoff.

„Ich schäme mich, Rodja,“ sagte Dunja. „Peter Petrowitsch, gehen Sie hinaus!“ wandte sie sich zu ihm, bleich vor Zorn.

Mit einem solchen Ende hatte Peter Petrowitsch nicht gerechnet. Er hatte zu sehr auf sich selbst, auf seine Macht und die Hilflosigkeit seiner Opfer gebaut. Aber er glaubte es auch jetzt noch nicht. Er erbleichte und seine Lippen zitterten.

„Awdotja Romanowna, wenn ich jetzt zu dieser Türe hinausgehe mit einem solchen Abschiede, so – bedenken Sie es – kehre ich nie mehr zurück. Überlegen Sie es sich gut! Mein Wort ist unerschütterlich.“

„Welch eine Frechheit!“ rief Dunja und erhob sich schnell von ihrem Platze, „ich will gar nicht, daß Sie zurückkehren!“

„Wie! Also so steht es!“ rief Luschin aus, der bis zum letzten Augenblicke an solchen Ausgang nicht geglaubt hatte, und der nun vollkommen den Faden verlor, „also, so ist es gemeint! Aber wissen Sie auch, Awdotja Romanowna, daß ich dagegen protestieren könnte.“

„Welch ein Recht haben Sie, in solcher Weise mit ihr zu sprechen!“ trat Pulcheria Alexandrowna hitzig ein. „Wie können Sie protestieren? Und was für Rechte haben Sie? Und soll ich Ihnen, solch einem, meine Dunja geben? Gehen Sie, verlassen Sie uns! Wir sind selbst schuld, daß wir auf solch eine ungerechte Sache eingingen und am meisten ich ...“

„Sie haben mich doch, Pulcheria Alexandrowna,“ ereiferte sich Luschin in seiner Wut, „durch Ihr gegebenes Wort gebunden, von dem Sie sich jetzt lossagen ... und endlich ... endlich haben Sie mich dadurch sozusagen in Unkosten gestürzt ...“