„Wieso kann es nicht sein?“ fuhr Raskolnikoff mit einem harten Lächeln fort. „Sie sind doch nicht davor geschützt? Was wird dann mit jenen geschehen? Sie werden auf die Straße alle zusammen gehen, Katerina Iwanowna wird husten und betteln und mit der Stirn an die Wand schlagen, wie heute, und die Kinder werden weinen ... Dann wird sie hinfallen, man bringt sie zur Wache, nachher ins Krankenhaus, nachher wird sie sterben, und was wird aus den Kindern ...“
„Ach nein! ... Gott wird es nicht zulassen!“ entrang es sich der zusammengeschnürten Brust Ssonjas.
Sie hörte ihm ängstlich zu, blickte ihn flehend an und faltete in stummer Bitte die Hände, als hinge alles von ihm ab. Raskolnikoff stand auf und begann im Zimmer auf- und abzugehen. Es vergingen Minuten. Ssonja stand mit gesenktem Kopfe und herabhängenden Händen da in unsäglichem Leid.
„Kann man nicht sparen? Einen Notgroschen sammeln?“ fragte er und blieb vor ihr stehen.
„Nein,“ flüsterte Ssonja.
„Versteht sich, nein! Haben Sie es aber auch schon versucht?“ fragte er spöttisch.
„Ich habe es versucht.“
„Und es gelang nicht! Nun, das ist ja selbstverständlich! Was ist da noch zu fragen!“
Und er wanderte wieder im Zimmer auf und nieder. Es verstrich wieder eine Weile.
„Sie erhalten nicht jeden Tag Geld?“