„Ja ... Sie auch?“ fragte Ssonja ihn mit einigem Erstaunen.
„Katerina Iwanowna hat die Schwindsucht im höchsten Grade, sie wird bald sterben,“ sagte Raskolnikoff nach einigem Schweigen, ohne auf ihre Frage zu antworten.
„Ach nein, nein, nein!“ Und Ssonja ergriff unbewußt seine beiden Hände, als ob es an ihm läge, dies zu verhindern und als könnte sie das von ihm erflehen.
„Es ist doch besser, wenn sie stirbt!“
„Nein, es ist nicht, es ist gar nicht besser!“ wiederholte sie erschrocken und ohne Überlegung.
„Und was wird aus den Kindern? Sie werden sie sicher zu sich nehmen?“
„Ach, ich weiß es nicht!“ rief Ssonja fast in Verzweiflung aus und faßte sich an den Kopf.
Man merkte, daß dieser Gedanke schon viele Male ihr aufgetaucht war und daß sie ihn immer wieder abgewiesen hatte.
„Und wenn Sie noch bei Katerina Iwanownas Lebzeiten krank werden und man Sie ins Krankenhaus schafft, was dann?“ drang er erbarmungslos weiter in sie.
„Ach, wie ist es möglich! Das kann doch nicht sein!“ und Ssonjas Gesicht verzog sich in furchtbarem Schrecken.