„Mit einem Worte,“ – sagte er laut und eindringlich, indem er aufstand und dabei Porphyri Petrowitsch ein wenig zur Seite stieß – „mit einem Worte, ich will endgültig wissen, ob Sie mich frei von jedem Verdacht finden oder nicht? Sagen Sie es, Porphyri Petrowitsch, sagen Sie es mir positiv, endgültig, und schnell, sofort!“

„Das ist eine Geschichte! Ist das eine Plage mit Ihnen,“ – rief Porphyri Petrowitsch mit vollkommen lustiger, schlauer und gar nicht bewegter Miene, – „ja, wozu wollen Sie es wissen, wozu wollen Sie so vieles wissen, wenn man noch nicht einmal begonnen hat, Sie in irgendeiner Weise zu belästigen? Sie sind wie ein Kind, dem man Feuer in die Hand geben soll! Warum beuunruhigen Sie sich in dieser Weise? Warum drängen Sie sich uns auf, aus welchen Gründen? Ah? He–he–he!“

„Ich wiederhole Ihnen,“ – rief Raskolnikoff in blinder Wut, – „daß ich es länger nicht ertragen kann ...“

„Was denn? Die Ungewißheit?“ – unterbrach ihn Porphyri Petrowitsch.

„Höhnen Sie nicht! Ich will es nicht haben! Ich sage Ihnen, ich will es nicht! ... Ich kann und will es nicht! ... Hören Sie! Hören Sie!“ – rief er und schlug wieder mit der Faust auf den Tisch.

„Stiller, leiser! Man könnte es hören! Ich warne Sie in allem Ernst, – schonen Sie sich. Ich scherze nicht!“ – sagte Porphyri Petrowitsch im Flüstertone, aber diesmal lag in seinem Gesichte nicht mehr der frühere weibisch gutmütige und erschrockene Ausdruck; im Gegenteil, er befahl es streng, mit zusammengezogenen Augenbrauen und ließ alle Geheimnistuerei und Zweideutigkeit fallen. Das dauerte jedoch nur einen kurzen Augenblick. Der bestürzte Raskolnikoff geriet in die höchste Wut, und doch, merkwürdig, – wie hypnotisiert gehorchte er wieder dem Befehle, leiser zu sprechen.

„Ich lasse mich nicht quälen!“ – flüsterte er, wie vorhin, indem er sofort voll Schmerz und Haß einsah, daß er dem Befehle gehorchen mußte, und geriet bei diesem Gedanken in immer größere Wut, – „arretieren Sie mich, lassen Sie bei mir Haussuchung halten, aber handeln Sie nach gesetzlicher Form und spielen Sie nicht mit mir! Wagen Sie es nicht ...“

„So regen Sie sich doch nicht wieder wegen der gesetzlichen Form auf,“ – unterbrach ihn Porphyri Petrowitsch mit dem früheren schlauen Lächeln und betrachtete scheinbar Raskolnikoff mit Vergnügen, – „Väterchen, ich habe Sie doch in aller Gemütlichkeit, in aller Freundschaft eingeladen!“

„Ich will nicht Ihre Freundschaft, ich pfeife darauf! Hören Sie? Und jetzt nehme ich meine Mütze und gehe fort. Nun, was willst du jetzt sagen, wenn du mich arretieren willst?“

Er nahm seine Mütze und ging zu der Türe.