„Wollen Sie nicht noch die Überraschung sehen, die ich für Sie habe?“ kicherte Porphyri Petrowitsch, faßte ihn wieder am Arme und hielt ihn an der Türe zurück. Er wurde sichtlich wieder lustiger und lebhafter, was Raskolnikoff ganz außer sich brachte.
„Was für eine Überraschung? Was ist es?“ – fragte er, stehen bleibend und Porphyri Petrowitsch erschreckt anblickend.
„Die Überraschung sitzt hier hinter der Türe, he–he–he!“ – er zeigte mit dem Finger auf die verschlossene Tür in der Scheidewand, die in seine Amtswohnung führte. – „Ich habe sie dort eingeschlossen, damit sie nicht fortläuft.“
„Was sagen Sie? Wo? Was? ...“ – Raskolnikoff trat an die Türe und wollte sie öffnen, jedoch sie war verschlossen.
„Sie ist verschlossen, den Schlüssel habe ich!“
Und er zog aus seiner Tasche einen Schlüssel hervor und zeigte ihn ihm.
„Du lügst!“ – schrie Raskolnikoff, ohne sich noch einen weiteren Zwang aufzuerlegen,– „du lügst, verfluchter Hanswurst!“ Er stürzte sich auf Porphyri Petrowitsch, der sich zwar zur Türe zurückgezogen hatte, aber keineswegs aus Furcht.
„Ich merke alle deine Absichten, alle! – Du lügst und neckst mich, damit ich mich verraten soll.“
„Ja, mehr kann man sich doch nicht verraten, als Sie es tun, Väterchen Rodion Romanowitsch. – Sie haben ja einen Anfall von Tobsucht. Schreien Sie nicht so, ich rufe sonst nach Hilfe.“
„Du lügst, nichts wird geschehen! Rufe deine Leute! Du weißt, daß ich krank bin und willst mich wütend machen, damit ich mich verraten soll, das ist deine Absicht! Nein, zeige mir Tatsachen! Ich habe alles begriffen! Ich weiß, du hast keine Tatsachen, du hast bloß elende, nichtige Vermutungen von Sametoff! ... Du kanntest meinen Charakter, wolltest mich in rasende Wut bringen, und dann mich plötzlich mit Priestern und Delegierten überrumpeln ... Du wartest auf sie? Ah! Was wartest du? Wo? komm doch mit ihnen!“