Raskolnikoff ging zu dem Tisch und setzte sich auf den Stuhl, von dem sie soeben aufgestanden war. Sie blieb zwei Schritte vor ihm stehen, genau wie gestern.

„Nicht wahr, Ssonja?“ – sagte er und fühlte plötzlich, daß seine Stimme zittere, – „die ganze Sache beruhte doch auf ‚der gesellschaftlichen Lage und auf den damit zusammenhängenden Gewohnheiten‘. Haben Sie es vorhin verstanden?“

Tiefes Leid zeigte sich auf ihrem Gesichte.

„Sprechen Sie nicht mit mir, wie gestern!“ – unterbrach sie ihn. – „Bitte, fangen Sie nicht an. Es ist schon genug Qual ...“

Sie lächelte schnell, aus Angst, daß ihm vielleicht der Vorwurf mißfallen könnte.

„Es war dumm von mir, von dort wegzugehen. Was mag jetzt dort geschehen? Ich wollte soeben wieder hingehen, aber ich dachte, daß Sie vielleicht ... kommen werden.“

Er erzählte ihr, daß Amalie Iwanowna sie aus der Wohnung jage, und daß Katerina Iwanowna fortgelaufen sei, „Gerechtigkeit zu suchen“.

„Ach, mein Gott!“ – erschrak Ssonja, – „gehen wir schnell hin ...“

Und sie ergriff ihre Mantille.

„Ewig ein und dasselbe!“ – rief Raskolnikoff gereizt, – „Sie denken bloß immer an die! Bleiben Sie bei mir.“