„Nein, du hast keins? – Hier, nimm dieses Kreuz aus Zypressenholz. Ich habe ein anderes, kupfernes von Lisaweta. Ich habe mit Lisaweta getauscht, – sie hat mir ihr Kreuz gegeben und ich ihr mein Heiligenbildchen. Ich will jetzt das Kreuz von Lisaweta tragen, dieses aber gebe ich dir. Nimm ... es gehört doch mir! Es ist doch mein Kreuz!“ – bat sie ihn, – „wir werden doch zusammen gehen und leiden, also wollen wir auch zusammen das Kreuz tragen! ...“

„Gib her!“ sagte Raskolnikoff.

Er wollte sie nicht betrüben, zog aber gleich wieder die Hand zurück, die er nach dem Kreuze ausgestreckt hatte.

„Nicht jetzt, Ssonja. Lieber später,“ – fügte er hinzu, um sie zu beruhigen.

„Ja, ja, es ist besser, es ist besser,“ – pflichtete sie ihm mit Begeisterung bei, – „wenn du gehst, um das Leiden auf dich zu nehmen, dann legst du es um. Du kommst dann zu mir, ich werde es dir umhängen, wir wollen dann beten und beide gehen.“

In diesem Augenblicke klopfte jemand dreimal an die Türe.

„Ssofja Ssemenowna, kann ich hereinkommen?“ – ertönte eine sehr bekannte höfliche Stimme.

Ssonja stürzte erschrocken zur Türe. Herr Lebesjätnikoff blickte in das Zimmer hinein.

V.

Lebesjätnikoff sah aufgeregt aus.