„Seit gestern hat er Fieber,“ fügte sie hinzu.
Er antwortete nichts und hielt das Schriftstück in den Händen, ohne es zu öffnen.
„Bleib liegen,“ fuhr Nastasja fort; sie wurde weicher gestimmt, als sie sah, daß er die Füße vom Diwan herabließ.
„Da du krank bist, so gehe nicht hin: es brennt doch nicht. Was hast du da in der Hand?“
Er blickte hin. In der rechten Hand hielt er die abgeschnittenen Fransen von der Hose, den Strumpf und die Fetzen der ausgerissenen Tasche. So hatte er mit ihnen geschlafen. Als er später darüber nachsann, erinnerte er sich, daß er im Fieber aufwachend, dies alles nur fester in seiner Hand zusammenballte und wieder einschlief.
„Sieh, was für Lumpen er gesammelt hat und schläft mit ihnen, als wären sie ein kolossaler Schatz ...“ Und Nastasja fiel in ihr lautes nervöses Lachen.
Im Nu steckte er alles unter den Mantel und heftete auf sie einen forschenden Blick. Obwohl er in diesem Augenblicke wenig mit Verstand sich die Sache überlegen konnte, fühlte er doch, daß man einen Menschen nicht in dieser Weise behandeln würde, wenn man ihn verhaften wollte ...
„Aber ... die Polizei?“
„Du solltest etwas Tee trinken. Willst du? Ich bringe ihn dir; es ist etwas übriggeblieben ...“
„Nein ... ich will hingehen; ich will sofort hingehen,“ murmelte er aufstehend.