„Wie kamen Sie dann darauf, ihr ins Gesicht zu sagen, daß sie nicht ‚so‘ sei? Und Sie haben auch, glaube ich, die Wahrheit erraten. Es zeigte sich, daß sie vielleicht wirklich nicht ‚so‘ ist. Übrigens werde ich aus ihr nicht klug. Natürlich hatte sie die Absicht, uns zu beleidigen, das ist klar! Ich habe auch früher schon viel Sonderbares von ihr gehört. Aber wenn sie wirklich gekommen war, uns einzuladen, wie konnte sie dann Mama so beleidigend behandeln? Ptizyn kennt sie sehr gut, auch er sagt, er habe vorhin nicht aus ihr klug werden können. Aber das mit Rogoshin? Wenn man sich selbst achtet, kann man so nicht reden im Hause seines ... Mama beunruhigt sich Ihretwegen sehr.“
„Ach, nichts!“ Der Fürst winkte abwehrend mit der Hand.
„Aber wie sie Ihnen gehorchte ...“
„Inwiefern gehorchte?“
„Sie sagten, sie solle sich schämen, und da war sie plötzlich ganz verändert. Sie haben einen Einfluß auf sie, Fürst,“ fügte Warjä mit kaum merklichem Lächeln hinzu.
Die Tür öffnete sich und ganz unerwartet erschien Ganjä.
Er trat nicht zurück, als er Warjä erblickte, stand eine Weile auf der Schwelle, und plötzlich näherte er sich entschlossen dem Fürsten.
„Fürst, ich habe schlecht gehandelt, verzeihen Sie es mir, lieber Mensch,“ sagte er mit tiefem Gefühl. Seine Züge drückten Schmerz aus. Der Fürst blickte ihn verwundert an und antwortete nicht sogleich.
„Nun, verzeihen Sie, nun, verzeihen Sie mir doch!“ drängte Ganjä ungeduldig. „Wenn Sie wollen, küsse ich Ihnen sofort die Hand!“
Der Fürst war ganz betroffen und traute seinen Ohren nicht. Doch besann er sich, und schweigend umarmte er ihn. Sie küßten sich herzlich.