„Ich hätte nie, nie gedacht, daß Sie dazu imstande wären,“ sagte endlich der Fürst erregt. „Ich glaubte, Sie wären unfähig ...“
„Um Verzeihung zu bitten? ... Wie ich vorhin nur darauf gekommen bin, Sie für einen Idioten zu halten! Sie bemerken Dinge, die andere nie bemerken. Mit Ihnen könnte man reden ... doch lieber nicht!“
„Hier ist noch jemand, den Sie um Verzeihung bitten müssen,“ sagte der Fürst, auf Warjä weisend.
„Nein, die gehört zu meinen Feinden. Glauben Sie mir, Fürst, es hat der Versuche nachgerade genug gegeben. Hier wird nicht aufrichtig verziehen!“ stieß Ganjä heftig hervor und wandte sich von seiner Schwester ab.
„Doch! ich werde verzeihen!“ sagte Warjä plötzlich ganz unerwartet.
„Und wirst heute auch zu Nastassja Filippowna kommen?“
„Ich werde kommen, wenn du es befiehlst, nur – sage selbst: besteht denn jetzt auch nur noch irgendeine Möglichkeit, daß ich zu ihr gehe?“
„Sie ist ja doch nicht so! Du siehst doch, was für Rätsel sie aufgibt! Launen, weiter nichts!“
Und Ganjä lachte böse.
„Das weiß ich selbst, daß sie nicht ‚so‘ ist und Launen hat, aber was für Launen?! Und dann noch eins, Ganjä, sieh: wofür hält sie dich selbst? Gut, sie hat Mama die Hand geküßt, mag das auch wiederum eine Laune sein, aber sie hat sich doch über dich lustig gemacht! Das aber, bei Gott, wiegen die Fünfundsiebzigtausend nicht auf, Bruder! Du bist noch edler Gefühle fähig, das weiß ich, deshalb rede ich auch noch. Hör’ auf mich, fahr’ auch selbst nicht zu ihr! Sei vorsichtig, nimm dich in acht, Bruder! Das kann kein gutes Ende nehmen.“