Ganetschka verließ das Zimmer weit aufgeräumter, als er es betreten hatte. Er war sogar sehr guter Laune. Der Fürst blieb lange Zeit regungslos und in Gedanken versunken sitzen.
Koljä steckte wieder den Kopf durch die Türspalte.
„Ich will nicht essen, Koljä, ich habe bei Jepantschins gut gefrühstückt.“
Da trat Koljä ins Zimmer und reichte dem Fürsten einen zusammengefalteten versiegelten Zettel. Man sah es dem Gesicht des Knaben an, wie peinlich es ihm war, den Brief zu übergeben. Der Fürst las ihn, erhob sich und nahm seinen Hut.
„Es ist nur zwei Schritte von hier,“ sagte Koljä verwirrt. „Er sitzt jetzt bei der Flasche. Ich kann nur nicht begreifen, wie er sich dort Kredit verschafft hat! Aber lieber, guter Fürst, sagen Sie es dann nur nicht hier den anderen, daß ich Ihnen den Brief überbracht habe! Ich habe tausendmal geschworen, daß ich seine Briefe nicht mehr überbringen würde, aber er tut mir leid! Nur, wissen Sie, machen Sie keine Umstände mit ihm, geben Sie ihm irgendeine Kleinigkeit und damit abgemacht.“
„Ich hatte selbst die Absicht, ihn aufzusuchen, Koljä. Ich muß Ihren Vater sprechen ... in einer gewissen Angelegenheit ... also gehen wir.“
XII.
Koljä führte den Fürsten nicht weit: nur bis zur Liteinaja, in ein Café-Billard, das zu ebener Erde lag und seinen besonderen Eingang von der Straße hatte. Hier hatte sich Ardalion Alexandrowitsch in der Ecke eines kleinen Raumes als alter Stammgast niedergelassen, vor sich auf dem Tisch eine Flasche und in der Hand seine Zeitung. Er erwartete den Fürsten. Kaum hatte er ihn erblickt, als er die Zeitung auch schon beiseite legte und eine wortreiche Erklärung begann, von der der Fürst so gut wie nichts begriff; denn der General befand sich bereits in „vorgerücktem Stadium“.
„Zehn Rubel habe ich nicht,“ unterbrach ihn der Fürst, „doch hier sind fünfundzwanzig. Wechseln Sie das Geld und geben Sie mir fünfzehn zurück; denn sonst bleibe ich selbst ohne eine Kopeke.“
„Oh, sofort, sofort, sofort! Seien Sie überzeugt, daß ich sogleich ...“