„Sie ist verrückt geworden! Sie ist wahnsinnig!“

„Soll ... soll ... soll man sie nicht binden?“ flüsterte der General Ptizyn zu; „oder ... oder nach dem Arzt schicken ... Sie ist ja doch wahnsinnig, wahnsinnig, das ist sie doch!“

„N–nein, das ist vielleicht doch nicht gerade Wahnsinn,“ murmelte Ptizyn. Er war erbleicht und zitterte und vermochte seinen Blick von dem bereits glimmenden Zeitungspapier nicht abzuwenden.

„Sie ist doch wahnsinnig, absolut wahnsinnig, sehen Sie denn das nicht?“ wandte sich der General an Tozkij.

„Ich habe Ihnen ja gesagt, daß sie ein Weib mit Kolorit ist,“ flüsterte der gleichfalls etwas erbleichte Tozkij zurück.

„Aber, ich bitte Sie! – es sind doch Hun–dert–tau–send!“ ...

„Großer Gott, großer Gott, heiliger Vater im Himmel!“ ertönte es ringsum. Alles drängte zum Kamin, alle wollten sehen, wie das Geld brannte, alles rief und schrie durcheinander ... Einige sprangen sogar auf die Stühle, um über die Köpfe der anderen hinweg zu sehen. Darja Alexejewna eilte in höchster Angst zur Tür und tuschelte dort entsetzt mit Katjä und Pascha. Die schöne Deutsche lief fort.

„Mütterchen! Königin! Allmächtige!“ schrie Lebedeff, der vor Nastassja Filippowna auf den Knien umherrutschte und immer wieder verzweifelt mit beiden Armen auf den Kamin wies. „Hunderttausend! Hunderttausend! Habe ich selbst gesehen, vor meinen Augen wurden sie eingepackt! Mütterchen! Barmherzige! Laß mich in den Kamin kriechen! Ich krieche dir mit allen vieren hinein, den ganzen grauen Kopf steck’ ich ins Feuer! ... Eine kranke Frau ohne Beine, dreizehn Stück Kinder – alles Waisen, der Vater vor einer Woche beerdigt, sie haben nichts zu beißen und zu nagen! Erbarmen, Erbarmen, Nastassja Filippowna!“

Und noch mit dem letzten Schrei auf den Lippen, kroch er schon zum Kamin.

„Fort! Nicht! Weg da!“ schrie ihn Nastassja Filippowna an und stieß ihn fort. „Tretet zur Seite, alle, alle! Ganjä, was stehst du denn da? Schäm’ dich doch nicht! Kriech los! Dein Glück ist’s!“