Ganz entsetzt sah er Rogoshin an.

„Warum sprichst du’s denn nicht aus?“ fragte jener spöttisch, und man sah seine Zähne zwischen den Lippen. „Willst du, so werde ich dir sagen, was du in diesem Augenblick bei dir denkst? – ‚Nun, wie kann sie dann jetzt noch zu ihm gehen? Wie kann man das zulassen?‘ Ich weiß schon, was du denkst.“

„Ich bin nicht deshalb hergekommen, Parfen, ich schwöre es dir, glaub’ mir, ich hatte nicht das im Sinn ...“

„Schon möglich, daß du nicht deshalb gekommen bist, und daß du nicht das im Sinn hattest; nur ist es jetzt schon ganz sicher geworden, daß du doch deshalb gekommen bist, he–he! ... Nun, genug! Was bist du so bestürzt? Wußtest du es denn wahrhaftig nicht? Du wunderst mich!“

„Das ist alles nur deine Eifersucht, Parfen, deine Krankheit, du vergrößerst alles unendlich, du übertreibst ...“ stotterte der Fürst in unbeschreiblicher Erregung. „Was willst du?“

„Laß!“ sagte Rogoshin herrisch, indem er dem Fürsten das Messer aus der Hand riß, das jener vom Tisch genommen hatte. Rogoshin legte es neben das Buch auf dieselbe Stelle zurück, wo es gelegen.

„Es ist mir, als hätte ich es bei der Einfahrt in Petersburg schon gewußt, als hätte ich es vorausgefühlt ...“ fuhr der Fürst fort. „Ich wollte nicht herfahren! Ich wollte alles das hier vergessen, aus dem Herzen herausreißen! Nun, aber jetzt leb’ wohl ... Was hast du?“

In seiner Zerstreutheit hatte der Fürst beim Sprechen wieder das Messer in die Hand genommen, und wieder riß es ihm Rogoshin aus der Hand, um es auf den Tisch zurückzuwerfen. Es war das ein ganz einfaches Messer, nicht zusammenlegbar, mit einem Griff aus Hirschhorn und einer etwa dreieinhalb Zoll langen und dementsprechend breiten Klinge.

Als Rogoshin sah, daß der Fürst stutzig wurde – denn das Messer mußte ihm doch auffallen, wenn es ihm zweimal in dieser Weise aus der Hand gerissen wurde –, nahm er es sichtlich ärgerlich und legte es ins Buch, das er mit einer kurzen Bewegung auf den anderen Tisch schleuderte.

„Schneidest du damit die Blätter auf?“ fragte der Fürst, doch war seine Frage immer noch wie in Zerstreutheit gestellt, als wäre er nach wie vor noch in seine Gedanken versunken.