„Das war Wjera Lukjanowna, die Tochter dieses Lebedeff.“
„Ah! ... Wirklich reizend. Ich möchte sie kennen lernen.“
Kaum hatte Lebedeff die lobenden Worte der Generalin aufgefangen, als er seine Tochter auch schon mit Gewalt herbeizog, um sie untertänigst vorzustellen.
„Waisen, Waisenkinder!“ erläuterte er zerschmelzend. „Und dieses Kindchen im Steckkissen – ist gleichfalls eine Waise, ihr Schwesterchen und meine Tochter, Ljubow mit Namen, und geboren in gesetzmäßigst geschlossener Ehe, von meiner jüngst verstorbenen Gattin Helena, die vor sechs Wochen im Kindbett, wie gesagt, gestorben ist, nach Gottes Ratschluß ... jawohl. Und sie vertritt jetzt Mutterstelle an der Kleinen, obwohl sie nur ihre Schwester ist, nicht mehr und nicht weniger, als ihre Schwester, glauben Sie mir ...“
„Und du, Väterchen, bist nicht mehr und nicht weniger als ein Dummkopf, verzeih mir, aber das kannst du mir gleichfalls glauben. Nun, genug, du wirst mich schon richtig verstehen, denke ich,“ schnitt ihm Lisaweta Prokofjewna ungehalten das Wort ab.
„Stimmt! Mir aus der Seele gesprochen!“ sagte Lebedeff, sich ehrfurchtsvoll und tief vor ihr verneigend.
„Hören Sie, Herr Lebedeff, ist es wahr, daß Sie die Apokalypse auslegen?“ fragte Aglaja.
„Jawohl! Die reinste Wahrheit ... seit fünfzehn Jahren.“
„Ich habe davon gehört. Es ist von Ihnen auch in den Zeitungen geschrieben worden, glaube ich, nicht?“
„Nein, nicht von mir, aber von einem anderen, jawohl, einem anderen, aber der ist jetzt tot, und nun bin ich an seiner Stelle,“ berichtete Lebedeff ganz außer sich vor Freude.