Ptizyn hörte dem General lächelnd zu und griff nach seinem Hut, um fortzugehen, doch schien er sich dann doch nicht dazu entschließen zu können oder vergaß wenigstens immer wieder seine Absicht. Ganjä hatte schon vorhin, als man sich vom Tisch erhob, seinen Pokal von sich gestoßen: ein finsterer Ausdruck lag auf seinem Gesicht. Als man vom Tische aufstand, ging er zu Rogoshin und setzte sich zu ihm. Man hätte denken können, daß die beiden in den freundschaftlichsten Beziehungen zueinander stünden. Auch Rogoshin, der sich zu Anfang ein paarmal anschickte, leise fortzugehen, saß jetzt unbeweglich da wie in Gedanken versunken, als hätte er ganz vergessen, wo er war. Den ganzen Abend über hatte er keinen Tropfen Wein getrunken und war sehr nachdenklich. Hin und wieder hob er seinen Blick und betrachtete alle und jeden. Es schien, als ob er hier etwas erwartete, etwas für ihn außerordentlich Wichtiges.

Der Fürst hatte im ganzen zwei oder drei Glas getrunken und war nur einfach heiter. Als er sich vom Tisch erhob, begegnete er dem Blick Jewgenij Pawlowitschs, erinnerte sich der ihnen beiden bevorstehenden Aussprache und lächelte entgegenkommend. Jewgenij Pawlowitsch winkte ihm zu und zeigte auf Hippolyt, den er soeben aufmerksam betrachtet hatte. Hippolyt lag auf dem Diwan ausgestreckt und schlief.

„Weshalb hat dieses Bürschchen sich so an Sie gehängt, Fürst?“ sagte er plötzlich mit ersichtlichem Ärger, so daß der Fürst erstaunte. „Ich wollte wetten, Fürst, er hat nichts Gutes im Sinne!“

„Ich habe bemerkt,“ erwiderte der Fürst, „oder es scheint mir wenigstens so, daß er Sie, Jewgenij Pawlowitsch, heute ganz besonders interessiert; ist das wahr?“

„Denken Sie sich, ich wundere mich selbst darüber. Während ich Grund genug hätte, über meine eigene Lage nachzudenken, beschäftige ich mich den ganzen Abend mit ihm und kann meinen Blick von diesem widerwärtigen Gesicht gar nicht losreißen.“

„Sein Gesicht ist doch hübsch ...“

„Da, da, sehen Sie nur!“ rief Jewgenij Pawlowitsch und packte die Hand des Fürsten. „Da ...!“

Der Fürst betrachtete Jewgenij Pawlowitsch nochmals mit Erstaunen.

V.

Hippolyt, der gegen Ende des Lebedeffschen Vortrags auf dem Diwan eingeschlafen war, erwachte plötzlich: ganz als ob ihn jemand in die Seite gestoßen hätte, fuhr zusammen, erhob sich, sah sich um und erbleichte. Mit einem Ausdruck des Schreckens ließ er seine Augen durchs Zimmer schweifen und eine furchtbare Angst lag in seinen Gesichtszügen, als er sich wieder zu besinnen schien.