„Wenn es sich so verhält, dann werde ich Ihnen gern behilflich sein,“ sagte der Fürst, sich gleichfalls erhebend, „nur will ich Ihnen gestehen, Lebedeff, daß mich die Sache ernstlich beunruhigt. Sagen Sie, Sie ... Sie sagten doch selbst, daß Sie Herrn Ferdyschtschenko verdächtigten?“
„Ja, aber wen denn sonst? Ich bitte Sie, wen denn sonst, mein gütigster Fürst?“ Lebedeff legte mit rührendem Lächeln wieder wie betend die Hände zusammen.
„Sehen Sie, Lukjan Timofeïtsch, hier kann es sich um ein großes Versehen handeln. Dieser Ferdyschtschenko ... ich meine nur, daß man doch schließlich nicht wissen kann, ob nicht er ... Das heißt, ich will nur sagen, daß er vielleicht tatsächlich eher dazu fähig ist, als ... als der andere ...“
Lebedeff spitzte Ohren und Augen.
„Sehen Sie,“ verwirrte und ärgerte sich der Fürst immer mehr, indem er auf und ab zu gehen begann und sich bemühte, Lebedeff nicht anzusehen, „man hat mir mitgeteilt ... man hat mir von diesem Herrn Ferdyschtschenko gesagt, daß er ... außerdem solch ein Mensch sei ... daß man besser tut, in seiner Gegenwart nichts ... Überflüssiges zu reden – Sie verstehen? Ich meine ja nur, daß er vielleicht wirklich eher fähig dazu wäre, als der andere ... Ich teile es Ihnen bloß mit, um einen vielleicht grausamen Irrtum zu verhüten, Sie verstehen mich doch?“
„Wer hat Ihnen das von Herrn Ferdyschtschenko mitgeteilt?“ fragte Lebedeff fast zitternd vor Spannung.
„So ... man hat es mir so zu verstehen gegeben. Übrigens glaube ich selbst noch nicht daran ... es ist mir sehr unangenehm, daß ich es habe weitererzählen müssen, aber ich versichere Ihnen nochmals, daß ich selbst nicht daran glaube ... das ist bestimmt nur leeres Geschwätz ... Pfui, wie dumm ich gehandelt habe!“
„Sehen Sie, Fürst,“ begann Lebedeff, immer noch am ganzen Körper zitternd, „das ist sehr wichtig, was Sie da von Herrn Ferdyschtschenko sagen, und namentlich, namentlich ist’s die Frage, wie Ihnen das zu Ohren gekommen ist.“ Und Lebedeff lief, während er sprach, in größter Aufregung hinter dem Fürsten her, von einer Ecke zur anderen und wieder zurück, bemüht, mit ihm gleichen Schritt zu halten. „Sehen Sie, Fürst, jetzt werde auch ich Ihnen etwas mitteilen: als wir vorhin beide zu Wilkin eilten, begann der General, nach der Erzählung des Brandes, und natürlich in edler Entrüstung, ähnliche Anspielungen auf Herrn Ferdyschtschenko zu machen, doch kamen sie mir so ungereimt vor, daß ich einige Fragen an ihn stellte. Auf diese Weise überzeugte ich mich vollkommen, daß diese ganze Verdächtigung Ferdyschtschenkos einzig, sagen wir, auf das Betätigungsbedürfnis der Phantasie des Generals zurückzuführen war ... Oder eigentlich, sozusagen, auf seine Seelengröße. Denn er lügt ja doch nur deshalb, weil er seinen Überschwang nicht meistern kann. Nun beachten Sie folgendes: wenn er nun gelogen hat, wovon ich überzeugt bin, und die ganze Geschichte folglich von ihm frei erfunden ist, wie ist es dann zugegangen, daß auch Sie dasselbe haben hören können? Das ist sehr wichtig ... das ist von ungeheurer Wichtigkeit ...“
„Mir hat es vorhin Koljä mitgeteilt und dem hatte es der Vater, der General, gesagt, als er ihm um sechs oder nach sechs im Flur begegnet war.“
Und der Fürst erzählte ausführlicher, was Koljä ihm gesagt hatte.