„Pafnutij? Ein Abt? Warten Sie, aber so warten Sie doch, wohin gehen Sie denn, was ist das für ein Pafnutij?“ rief die Generalin mit ärgerlicher Gereiztheit und fast aufgebracht ihrem eilig sich entfernenden Gatten nach.
„Ja, ja, mein Freund, früher hat es einmal einen solchen Abt gegeben ... ich muß zum Grafen, er erwartet mich, schon lange, und die Hauptsache: er hat mich selbst bestellt ... Auf Wiedersehen, Fürst!“
Und Se. Exzellenz verschwand mit schnellen Schritten.
„Ich weiß schon, zu welchem Grafen er geht!“ bemerkte die Generalin scharf und wandte gereizt ihren Blick dem Fürsten zu. „Nun – was war’s doch?“ begann sie gereizt, indem sie sich ärgerlich des vorhergehenden Gespräches zu erinnern suchte. „Wovon sprachen wir? Ach, richtig! – nun, was war das für ein Abt?“
„Maman,“ wollte Alexandra sich einmischen, und Aglaja klappte hörbar mit der Fußspitze auf den Boden.
„Unterbrechen Sie mich nicht, Alexandra Iwanowna,“ wandte sich die Generalin eisig an ihre Älteste. „Ich will es wissen, was es mit diesem Abt für eine Bewandtnis hat. Setzen Sie sich hierher, Fürst, hier auf diesen Sessel mir gegenüber, nein, nein, hierher, mehr ins Licht, rücken Sie der Sonne näher, damit ich Sie besser sehen kann. Nun, was ist das für ein Abt?“
„Der Abt Pafnutij,“ antwortete der Fürst mit aufmerksamem und ernstem Gesicht.
„Pafnutij? Das ist interessant. Nun, und was ist’s mit ihm?“
Die Generalin stellte ihre Fragen ungeduldig, schnell, schroff, ohne den Blick vom Fürsten abzuwenden, und als dieser antwortete, nickte sie nach jedem Satz mit dem Kopfe.
„Igumen Pafnutij lebte im vierzehnten Jahrhundert,“ begann der Fürst, „und stand einem Kloster an der Wolga in unserem jetzigen Gouvernement Kostroma vor. Er war bekannt wegen seines gottesfürchtigen Lebens und seiner Reise ins Reich der Goldenen Horde[6]. Ferner half er, Ordnung und Ruhe in unseren damaligen Fürstentümern wiederherzustellen. Das Faksimile seiner Unterschrift auf einer Urkunde kam mir zufällig in die Hände. Seine Schrift gefiel mir, und ich versuchte sie nachzuahmen. Als Ihr Herr Gemahl nun sehen wollte, wie ich schreibe, um mir vielleicht eine Anstellung zu verschaffen, schrieb ich einige Sätze auf ein Blatt Papier, unter anderem auch ‚In Demut unterzeichnet dieses Igumen Pafnutij‘, genau so, wie der Abt selbst geschrieben hat. Diese Schriftprobe gefiel Seiner Exzellenz, und deshalb hat er sie auch erwähnt.“