„Als ob ich Ihren Fluch fürchtete, haha! Wer ist denn daran schuld, daß Sie seit acht Tagen ganz wie wahnsinnig sind? Den achten Tag, Sie sehen, ich weiß sogar das Datum ... Sehen Sie zu, daß Sie mich nicht zum Äußersten bringen, sonst sage ich alles ... Warum sind Sie gestern zu Jepantschin gegangen? Das nennt sich ein ehrenwerter Greis mit weißen Haaren, Familienvater! Wundervoll!“
„Schweige, Ganjka!“ schrie Koljä, „schweige, Dummkopf!“
„Und ich, und ich, womit habe ich ihn denn beleidigt?“ mischte sich Hippolyt wieder in spöttischem Tone ein. „Warum nennt er mich einen Bohrer, fragen Sie ihn doch? Er hat sich mir selbst aufgedrängt, kam und erzählte mir von einem Kapitän Jeropjegoff. Ich habe, wie Sie wissen, immer Ihre Gesellschaft gemieden, General, das sollten Sie wenigstens wissen. Was geht mich der Kapitän Jeropjegoff an? Sagen Sie sich das doch selbst. Ich bin doch nicht dieses Kapitäns wegen hierher gekommen? Ich habe ihm nur meine Meinung gesagt, daß dieser Kapitän Jeropjegoff vielleicht überhaupt nicht existiert hat. Er erhob natürlich sofort ein großes Geschrei.“
„Selbstverständlich hat er nicht existiert,“ schnitt ihm Ganjä das Wort ab.
Der General stand wie vom Schlage gerührt da und blickte sinnlos im Kreise herum. Die Worte des Sohnes hatten ihn durch ihre kaltblütige Offenheit vollständig niedergeschmettert. Im ersten Augenblick konnte er keine Worte finden. Nur zuletzt, als Hippolyt lachend auf die Antwort Ganjäs ausrief: „Nun haben Sie’s gehört, Ihr eigener Sohn hat es doch gesagt, daß es einen Kapitän Jeropjegoff gar nicht gegeben hat!“ – da murmelte er schließlich ganz leise vor sich hin:
„Kapiton Jeropjegoff, nicht Kapitän, Kapiton[29] ... Oberst a. D. Jeropjegoff ... Kapiton ...“
„Auch einen Kapiton hat es nicht gegeben!“ rief Ganjä ärgerlich.
„Warum ... hat es keinen gegeben?“ murmelte der General und eine Röte stieg ihm ins Gesicht.
„Lassen Sie doch!“ lenkten Ptizyn und Warjä ein.
„Schweig, Ganjka!“ rief wieder Koljä dazwischen.