Der General jedoch schien es nicht begreifen zu wollen.

„Wie, gab es denn keinen? Warum hat es denn keinen gegeben?“ schrie er drohend Ganjä an.

„Weil es eben keinen gegeben hat. Und damit basta. Er kann überhaupt nicht existiert haben! Verstehen Sie jetzt? Bitte, lassen Sie mich nun in Ruh, sage ich Ihnen.“

„Und das soll mein Sohn sein ... mein leiblicher Sohn, den ich ... o, mein Gott! Jeropjegoff, Jeroschka Jeropjegoff soll nicht existiert haben!“

„Da, sehen Sie mal, einmal heißt er Jeroschka, das andere Mal Kapitoschka!“ bemerkte Hippolyt.

„Kapitoschka, mein Herr, Kapitoschka und nicht Jeroschka! Kapiton, Kapiton Alexejewitsch, so ist’s, Kapiton ... Oberstleutnant ... außer Diensten ... verheiratet mit Marja ... mit Marja ... Petrowna ... Ssu... Ssu... mein Freund und Kriegskamerad ... Ssutugowa, seit meiner Fähnrichszeit her. Ich habe für ihn vergossen ... ich habe ihn ... ich bin vernichtet! Einen Kapitoschka Jeropjegoff soll es nicht gegeben haben! Nicht gegeben!“

Der General rief Hölle und Himmel an, doch hätte man denken können, daß sein Geschrei ganz anderen Dingen galt. Zu anderer Zeit freilich hätte ihn eine viel beleidigendere Vermutung, als es die der absoluten Nichtexistenz Kapiton Jeropjegoffs war, überhaupt nicht weiter aufgeregt. Vielleicht hätte er auch geschrien, eine lange Geschichte erfunden, wäre vielleicht sogar außer sich geraten, zu guter Letzt aber würde er ruhig nach oben in sein Zimmer schlafen gegangen sein. Dieses Mal jedoch, infolge der bekannten Unberechenbarkeit des menschlichen Herzens, geschah es, daß dieser Zweifel an der Existenz Jeropjegoffs den Krug zum Überlaufen brachte. Der General, totenblaß, wie er war, schlug seine Hände über dem Kopf zusammen und schrie:

„Genug, mein Fluch komme über dieses Haus! Nikolai, hole meinen Reisesack, ich gehe ... fort, hinaus!“

Er stürzte hinaus, Nina Alexandrowna, Koljä, Ptizyn bemühten sich, ihn zurückzuhalten.

„Was hast du jetzt angerichtet!“ wandte sich Warjä an den Bruder. „Er wird sich womöglich wieder dahin schleppen. Diese Schande! Diese Schande!“