„Aber was hilft das jetzt!“ rief Jewgenij Pawlowitsch unwillig. „Genügt denn das, nur auszurufen: ‚Ach, ich bin an allem schuld!‘? Sie sind es, und dennoch bleiben Sie dabei! Und wo war denn damals Ihr Herz, Ihr ‚christliches‘ Herz? Sie sahen doch ihr Gesicht in dem Augenblick: wie, litt sie etwa weniger als jene, jene andere? Wie konnten Sie es denn sehen und doch zulassen? Wie?“
„Ja, aber ... ich ließ es ja auch gar nicht zu,“ murmelte der Fürst.
„Wie das, wieso ließen Sie es nicht zu?“
„Ich, bei Gott, ich habe nichts zugelassen. Ich begreife bis jetzt noch nicht, wie das alles gekommen ist ... ich ... ich eilte damals Aglaja Iwanowna nach, aber da fiel Nastassja Filippowna in Ohnmacht. Und dann hat man mich bis jetzt noch nicht zu Aglaja Iwanowna gelassen.“
„Gleichviel! Sie hätten Aglaja nacheilen sollen, und wenn die andere auch hundertmal in Ohnmacht fiel!“
„Ja ... ja, ich hätte ... aber sie wäre dann doch gestorben! Sie hätte sich umgebracht, Sie kennen sie nicht, und ... ich hätte ja doch später Aglaja Iwanowna sowieso alles erklärt und ... sehen Sie, Jewgenij Pawlowitsch, ich sehe, daß Sie, wie es scheint, doch nicht alles wissen. Sagen Sie, weshalb läßt man mich nicht zu Aglaja Iwanowna? Ich würde ihr alles erklären. Sehen Sie: beide sprachen sie damals von etwas anderem, nicht davon, sondern von etwas ganz anderem, ganz anderem. Deshalb kam es auch dazu ... Ich kann Ihnen das wirklich nicht erklären ... aber ich, vielleicht könnte ich es ihr erklären, Aglaja ... O, mein Gott, mein Gott! Sie sprechen von ihrem Gesicht in jenem Augenblick als sie hinauslief ... o, mein Gott, ich entsinne mich noch so genau! ... Gehen wir, gehen wir!“ rief er plötzlich, Jewgenij Pawlowitsch am Ärmel ziehend, nachdem er aufgesprungen war.
„Wohin?“
„Gehen wir zu Aglaja Iwanowna, sofort, kommen Sie doch! ...“
„Aber sie ist ja gar nicht mehr in Pawlowsk, das habe ich Ihnen doch schon gesagt. Und was wollen Sie dort?“
„Sie wird es verstehen, sie wird es verstehen!“ beteuerte der Fürst flehend, und wie beschwörend faltete er die Hände. „Sie wird es verstehen, daß alles das nicht das ist, sondern etwas ganz, ganz anderes!“