Erstaunt blickten sich die Damen untereinander an.

„Wie we–e–er?“ fragte die Generalin, als traue sie ihren Ohren nicht. „Wie Nastassja Filippowna? Wo haben Sie denn Nastassja Filippowna gesehen? Welch eine Nastassja Filippowna?“

„Vorhin zeigte Herr Iwolgin Ihrem Herrn Gemahl die Photographie ...“

„Was, er hat Iwan Fedorowitsch ihre Photographie gebracht?“

„Nein, nur gezeigt. Nastassja Filippowna hat heute Herrn Iwolgin ihr Bild geschenkt und Herr Iwolgin zeigte es vorhin Iwan Fedorowitsch.“

„Ich will es sehen!“ fuhr die Generalin auf. „Wo ist diese Photographie? Wenn sie sie ihm geschenkt hat, dann muß er sie noch bei sich haben und er ist gewiß noch im Arbeitszimmer. Mittwochs arbeitet er immer hier und geht dann niemals vor vier Uhr fort. Man muß ihn sofort herbitten lassen! Doch nein, ich brenne durchaus nicht so darauf, ihn selbst zu sehen. Ach, Fürst, seien Sie so gut, mein Lieber, gehen Sie ins Arbeitszimmer, erbitten Sie die Photographie von ihm und bringen Sie sie her! Sagen Sie ihm, ich wolle sie sehen! Bitte!“

„Nicht übel, aber doch ein wenig gar zu offen,“ sagte Adelaida, als der Fürst das Zimmer verlassen hatte.

„Ja, ein wenig gar zu sehr,“ pflichtete ihr Alexandra bei, „so daß es mitunter sogar ein wenig lächerlich wirkt.“

Es war aber, als hätten beide nicht alles ausgesprochen, was sie bei sich dachten.

„Er hat sich übrigens mit unseren Gesichtern gut aus der Affäre gezogen,“ sagte Aglaja, „er hat allen geschmeichelt, selbst Mama nicht ausgenommen.“