„Ich versichere Sie, daß ich weit weniger gesagt habe, als Sie vermuten,“ sagte der Fürst einigermaßen gereizt.
Ihre Stellung zueinander wurde ersichtlich immer feindseliger.
„Nun, ich habe heute schon genug durch Sie auszuhalten gehabt. Also mit einem Wort, ich bitte Sie darum.“
„Gestatten Sie mir die Frage, Gawrila Ardalionytsch, inwiefern ich denn vorhin gebunden war, und weshalb ich mit keinem Wort der Photographie hätte Erwähnung tun dürfen? Sie hatten mich doch weder darum gebeten, noch mich in die Verhältnisse eingeweiht.“
„Pfui, was das für ein scheußliches Zimmer hier ist,“ lenkte Ganjä von diesem Gespräch ab, indem er sich mit angewiderter Miene im Zimmer umsah, „dunkel und die Fenster gehen auf den Hof. Sie sind in jeder Beziehung zur Unzeit zu uns gekommen ... Nun, aber das ist nicht mehr meine Sache, nicht ich vermiete hier Zimmer.“
Ptizyn blickte zur Tür herein und rief Ganjä. Dieser verließ eilig den Fürsten und ging hinaus, obwohl er augenscheinlich noch etwas sagen wollte, doch schien er in der Verlegenheit nicht das richtige Wort finden zu können. Auch das Zimmer hatte er offenbar nur aus Verlegenheit kritisiert.
Der Fürst hatte sich kaum gewaschen und mit einiger Sorgfalt umgekleidet, als die Tür sich wieder öffnete und eine neue Gestalt erschien.
Es war das ein Herr von etwa dreißig Jahren, groß von Wuchs, breitschultrig und mit einem äußerst großen Kopf, der durch das rotblonde krause Haar noch größer erschien, als er an sich schon war. Sein Gesicht war fleischig und rosig, die Lippen dick, die Nase breit und platt und die kleinen Augen unter den dicken Lidern schienen fortwährend spöttisch zu blinzeln. Der Gesamteindruck war der eines ziemlich unverschämten Menschen. Seine Kleider ließen an Sauberkeit zu wünschen übrig.
Die Tür öffnete er anfangs nur so weit, daß er knapp den Kopf durchschieben konnte. Hierauf betrachtete der durchgeschobene Kopf das Zimmer etwa fünf Sekunden lang in unveränderter Stellung. Dann erst begann sich die Tür allmählich so weit aufzuschieben, daß man auch die Gestalt auf der Schwelle erblickte, doch trat der Herr immer noch nicht herein, sondern begann, von der Schwelle aus, blinzelnd den Fürsten zu betrachten. Endlich entschloß er sich zum ersten Schritt, schloß die Tür, trat näher, setzte sich auf einen Stuhl, faßte den Fürsten mit kräftigem Griff bei der Hand und drückte ihn schräg gegenüber auf das Sofa nieder.
„Ferdyschtschenko,“ stellte er sich vor und blickte aufmerksam und fragend dem Fürsten ins Gesicht.