„Dich müßte man wahrlich entlassen. Geh, melde mich.“

Der Fürst wollte zwar etwas sagen, war jedoch so verwirrt, daß er nichts hervorbrachte und mit dem Pelz, den er aufgehoben hatte, in das Empfangszimmer gehn wollte.

„Da! – er geht mitsamt dem Pelz! Wozu nimmst du denn den Pelz mit! Hahaha! Oder bist du total verrückt?“

Der Fürst kehrte zurück und starrte sie wie ein Götzenbild an. Erst nach ihrem Lachen kam etwas Leben in sein Gesicht: er lächelte, doch die Zunge konnte er immer noch nicht bewegen. Im ersten Augenblick, als er ihr die Tür geöffnet hatte, war er erbleicht, jetzt stieg plötzlich eine heiße Blutwelle in sein Gesicht.

„Ach, das ist ja ein Idiot!“ rief Nastassja Filippowna aus. „Nun, wohin gehst du denn? So wart’ doch! Nun, wen wirst du denn melden?“

„Nastassja Filippowna,“ murmelte der Fürst.

„Woher kennst du mich?“ fragte sie erstaunt. „Ich habe dich nie gesehen! Geh jetzt, melde mich! Was ist das für ein Geschrei?“

„Sie streiten dort,“ antwortete der Fürst und begab sich ins Empfangszimmer.

Er erschien dort in einem recht gefährlichen Augenblick: Nina Alexandrowna war bereits im Begriff, gänzlich zu vergessen, daß sie sich „vollkommen ergeben“ hatte. Ihre Tochter verteidigte sie. Ptizyn hatte sein mit Bleifeder beschriebenes Blatt Papier weggelegt und stand jetzt neben Warjä, die zwar selbst keine Angst hatte – doch wurden die Grobheiten ihres Bruders mit jedem Wort unerträglicher, und in solchen Fällen pflegte sie gewöhnlich zu verstummen und dann nur mit unsäglich spöttischem Blick den Bruder zu betrachten, ohne auch nur auf eine Sekunde die Augen von ihm abzuwenden. Dieses Verhalten aber konnte Ganjä, wie sie sehr wohl wußte, bis zum Äußersten bringen. In diesem Augenblick trat der Fürst ins Zimmer und meldete:

„Nastassja Filippowna.“